Erneut legt sich Trauer über die Kölner Musikszene: Peter Horn, der einstige Frontmann der Höhner und Mitschöpfer unvergesslicher Karnevalshymnen, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Fans, Wegbegleiter und die Band selbst verabschieden sich von einer Stimme, die Kölns Fastelovend prägte wie kaum eine andere.
Trauer in Köln: Band bestätigt den Verlust

Die Höhner veröffentlichten am Mittwochmorgen ein bewegendes Statement auf Instagram: Man sei „zutiefst betroffen und immer noch sprachlos“, denn ihr „leeve Pitter“ habe mit seiner unverwechselbaren Art Bandgeschichte und Fastelovend gleichermaßen geprägt. Binnen Minuten füllten sich die Kommentarspalten mit roten Herz-Emojis, Kerzen und Erinnerungsfotos – Köln hält inne.
Auch außerhalb der Domstadt schlägt die Nachricht Wellen: Radiosender spielten den ganzen Vormittag „Echte Fründe“ in Dauerschleife, während die Glocken von St. Aposteln läuteten. Viele fragen sich nun, wie Horn einst zur kölschen Ikone wurde – werfen wir also einen Blick auf seine größten Bühnenmomente.
Der „leeve Pitter“ und seine größten Hits

1977 stieß Peter Horn zu den Höhnern und schrieb innerhalb eines Jahrzehnts Ohrwürmer, die längst zum kölschen Kulturgut gehören: „Ich bin ene Räuber“, „Echte Fründe“ und „Blootwosch, Kölsch un e lecker Mädche“. Mit Clownsschminke im Gesicht und einem Schalk im Nacken machte er jede Bühne zur Narrhall.
1987 verließ Horn die Band, doch sein Einfluss blieb. Die Songs wurden zu Evergreens jeder Karnevalssession – und Horn selbst zum gern gesehenen Gast bei sämtlichen Sitzungen. Doch Horns Geschichte endet hier nicht: Welche Projekte prägten seine zweite Karrierephase?
Solopfad, Ehrungen und unermüdlicher Karneval

Als Solist blieb er dem kölschen Liedgut treu, gründete 2008 zusammen mit F.M. Willizil die Formation „Kölsch Fraktion“. 2019 zeichnete ihn das Mitsing-Event „Kölle singt“ für sein Lebenswerk aus, 2020 folgte der „Närrische Oscar“. Horn dankte gerührt: „Schön, dass ihr sagt: Gut, dat der do es!“
Den Entschluss, sich 2020 von der aktiven Bühnenarbeit zurückzuziehen, erklärte er im „Vringsveedel“ mit rheinischem Pragmatismus: „Mer soll jonn, wenn et am schönste es.“ Doch wie wird Köln ihm nun die letzte Ehre erweisen?
Abschiedszeremonie und Vermächtnis

Die Familie plant laut Umfeld eine öffentliche Trauerfeier im Gürzenich, bevor Horn im engsten Kreis beigesetzt wird – ganz so, wie es seine bodenständige Art widerspiegelt. Städtische Vertreter diskutieren bereits einen „Peter-Horn-Platz“ im Severinsviertel; auch ein Benefizkonzert zugunsten kölscher Nachwuchsmusiker steht im Raum.
Sein Vermächtnis ist längst besiegelt: „Echte Fründe ston zesamme“ wird nicht nur in dieser Session lauter klingen denn je. Und während der letzte Tusch verhallt, bleibt ein Trost – Legenden sterben nicht, sie werden gesungen. Lasst uns deshalb gemeinsam anstimmen … denn die Melodie trägt weiter.

