Berühmte Gesichter können sich radikal wandeln – besonders dann, wenn ein unverwechselbares Markenzeichen plötzlich fehlt. Wir haben in alten Archiven gestöbert und zeigen, wie fünf deutsche Stars aussahen, bevor Make-up, Accessoires oder OPs ihr heutiges Image prägten.
Harald Glööckler – vor dem Pomp

Wer den „Prince of Pompöös“ heute sieht, erwartet tätowierte Brauen, perfekt geschminkte Lippen und glitzernde Roben. Glööckler inszeniert sich längst als lebendes Kunstwerk, das ohne Contouring kaum vorstellbar scheint.
Doch Mitte der 1990er wirkte der Designer fast nüchtern: Ein schmaler Oberlippenbart, noch naturbelassene Brauen und kaum Rouge. Die Leidenschaft fürs Extravagante blitze zwar schon durch – aber statt paillettenbesetzter Prunkmäntel trug er schlichte Anzüge. Damals ahnte niemand, dass aus dem zurückhaltenden Modemacher einmal Deutschlands schrillster Reality-Liebling würde.
Weiter geht es mit einer „Katze“, deren Augenbrauen einst für Staunen sorgten.
Daniela Katzenberger – natürlich blond war gestern

Die Kultblondine steht heute für platinschimmernde XXL-Extensions, betonte Kurven und einen Instagram-Filmkatalog voller Familienabenteuer. Ihr Look wirkt seit Jahren so vertraut, dass man leicht vergisst, wo alles begann.
2009 reiste die gelernte Kosmetikerin für „Auf und davon“ nach L.A. – mit gelbstichigem Blond, hauchdünnen, hoch tätowierten Brauen und kaum ausgeprägtem Contouring. Selbst die Brust war noch naturbelassen. Seitdem folgten Laser, Implantate und Brow-Lifting; geblieben sind nur Humor und pinke Lieblingsfarbe.
Doch noch radikaler verwandelte sich eine Ex-GNTM-Kandidatin, die inzwischen lieber nackt Schlagzeilen macht.
Micaela Schäfer – vom schüchternen Model zur OP-Ikone

Heute genügt ein Straßenplakat: pralles Dekolleté, XXL-Lippen, Metallic-Bikini – und jeder weiß, dass Micaela wieder einmal Selfies verteilt. Über zehn Schönheits-OPs haben das Erotik-Model zum grellsten Blickfang der Berliner Partyszene gemacht.
Blickt man jedoch auf Fotos von 2005, erkennt man eine brünette 21-Jährige mit schmalem Mund und natürlichen Proportionen. Der einst zurückhaltende GNTM-Rookie wirkte fast mädchenhaft – keine Spur von Herz-Nippeln oder Silikon-Sixpack. Den medialen Durchbruch ebnete erst der mutige Gang zum Beauty-Doc.
Auf der nächsten Folie zeigt sich eine Moderatorin, die ihre blonde Mähne erst spät zur Marke machte.
Barbara Schöneberger – Blondes Gift in Entstehung

Barbara Schöneberger gilt seit Jahren als TV-Powerfrau mit honigblonder Löwenmähne und selbstironischem Witz. Auf Galas spielt sie gern mit Weiblichkeit, Glitzer und XXL-Schmuck – ihr Lachen ist längst Kult.
1998, noch vor „Blondes Gift“, präsentierte sich die gebürtige Münchnerin allerdings brünett, kantig geschnitten und leicht punkig. Statt glamouröser Roben trug sie schlichte Shirts, ihr Make-up war minimal. Erst die Sat.1-Talkshow und ein frisches Blond machten sie zur Poster-Frau für gute Laune – ein Image, das bis heute trägt.
Und jetzt zu dem Mann, dessen Hut und Brille fast zu seinem Gesicht gehören – bis sie plötzlich fehlen.
Udo Lindenberg – wenn das Markenzeichen fällt

Hut tief in der Stirn, dunkle Pilotenbrille, schmaler Schlips: So verknüpft Deutschland den Panik-Rocker seit fast fünfzig Jahren. Kaum ein Foto zeigt ihn ohne diesen Schutzpanzer, der Coolness und Geheimnis zugleich verspricht.
Doch frühe Aufnahmen aus den Siebzigern enthüllen einen Udo mit freiem Pony, wachen Augen und einem schelmischen Lächeln, das ohne Sonnenbrille direkt ins Objektiv blitzt. Ohne Accessoires wirkt er beinahe verletzlich – und doch erkennt man bereits den rebellischen Geist, der später mit Hut und Shades zur Legende wurde.

