Grönemeyer-Eklat gegen Merkel: „Unverschämtheit“-Vorwurf sorgt für Aufruhr – diese Worte haben es in sich

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Herbert Grönemeyer überrascht zum Jahresauftakt mit scharfer Kritik an der ehemaligen Bundeskanzlerin – ein Schlagwort sorgt für Aufsehen: „Unverschämtheit“.

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Grönemeyers Klartext – Lob für Deutschland, Kritik an Merkel

Image: IMAGO / Andreas Gora
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Herbert Grönemeyer blickt zehn Jahre nach 2015 erneut auf die große Phase der Willkommenskultur zurück – und findet deutliche Worte. In der Gesprächsreihe Berlin Sounds Inside würdigt er das gesellschaftliche Engagement in Deutschland, spart aber nicht mit scharfer Kritik an der damaligen Kanzlerin Angela Merkel.

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Für Grönemeyer steht fest: Deutschland habe in dieser Zeit Historisches geleistet. Doch genau diese Leistung sei politisch nicht ausreichend begleitet worden – mit spürbaren Folgen bis heute.

„Eine enorme humanistische Leistung“

Image: IMAGO / Andreas Gora
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Im Gespräch mit der Journalistin Anja Caspary betont Grönemeyer die Dimension dessen, was 2015 geschah:

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Ich glaube, dass wir uns manchmal gar nicht bewusst sind, \[…\] was das für eine enorme humanistische Leistung war von Deutschland. \[…\] Das muss man einfach mal klarstellen.

Der in Berlin lebende Musiker beschreibt eine Gesellschaft, die zusammenstand, Verantwortung übernahm und Menschlichkeit zeigte:

Ich finde, dass die Gesellschaft in Deutschland auch bis heute noch eine unglaubliche Kompaktheit hat und eine wirklich bürgerlich zentrale Haltung und eine menschliche Haltung, eine erwachsene Haltung.

Helfen, anpacken, bleiben – bis heute

Image: IMAGO / Andreas Gora
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Grönemeyer hebt hervor, wie viele Menschen sich damals aktiv um Geflüchtete kümmerten – und dass dieses Engagement nicht verschwunden sei. Viele hätten geholfen, organisiert, begleitet und seien bis heute aktiv. Für ihn ist das ein Zeichen gesellschaftlicher Reife.

Doch bei aller Anerkennung bleibt er realistisch. Die Herausforderungen von damals seien nicht verschwunden. Genau an diesem Punkt setzt seine Kritik an – nicht an der Gesellschaft, sondern an der politischen Führung jener Jahre.

Merkels Schweigen als Wendepunkt

Image: IMAGO / Frank Ossenbrink
Image: IMAGO / Frank Ossenbrink

Die Probleme seien vor allem entstanden, weil „Frau Merkel nie kommuniziert hat“, so Grönemeyer. Seine Forderung:

Man hätte ununterbrochen kommunizieren müssen: Was sind die Probleme? Was haben wir geschafft? Wie weit sind wir?

Stattdessen habe es immer nur geheißen, dass weitere Geflüchtete kämen. Die Folge beschreibt er so:

Dann fingen die ersten Menschen natürlich an, Beklemmungen zu kriegen und dann rückten natürlich die Populisten nach.

Diese Dynamik wirke bis heute nach, sagt der Musiker.

„Das kann man mit einer Gesellschaft nicht machen“

Image: IMAGO / Future Image
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Besonders hart fällt Grönemeyers Urteil über Merkels Kommunikationsstil aus:

Frau Merkel hat 16 Jahre nie kommuniziert“ – mit einer Ausnahme: „Wir schaffen das“.

Für ihn reicht das nicht:

Das kann man mit einer Gesellschaft nicht machen.

Und weiter:

Wir können auch Dinge aushalten, wenn man uns das erklärt. Wenn man das nicht erklärt, nimmt man uns nicht ernst und hält uns alle für ein bisschen dämlich. Und das ist eine Unverschämtheit.

Aus Protest habe er sämtliche Einladungen Merkels ins Kanzleramt ausgeschlagen:

Ich wollte mich mit der nicht unterhalten.

Kein reines Abrechnen – differenziertes Fazit

Image: IMAGO / teutopress
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Trotz aller Kritik will Grönemeyer Merkel nicht nur angreifen. Er stellt klar, dass sie Deutschland international gut vertreten habe:

Sie hat uns sehr gut repräsentiert, das war eine uneitle Frau.

Mit Blick auf die Zeit danach ergänzt er:

Im Gegensatz zu dem, was danach kam, das ist keine Frage.

Grönemeyers Fazit ist vielschichtig: große Anerkennung für die Gesellschaft, Respekt für Teile von Merkels Wirken – aber eine klare Warnung. Ohne ehrliche, kontinuierliche Kommunikation verliere Politik das Vertrauen der Menschen. Eine Lehre, die aus seiner Sicht bis heute gilt.

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