Ein Reality-Star sorgt für politischen Zündstoff: Ein früherer Kandidat der RTL-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ steigt in den Bürgermeister-Ring – und zwar für die AfD. Die Nachricht trifft Fans wie Stadtbewohner gleichermaßen überraschend und entfacht einen Sturm aus Neugier, Empörung und Faszination.
Vom TV-Hof in die Kommunalpolitik
Viele Zuschauer kennen Mathias Kreiß aus der RTL-Kuppelshow Bauer sucht Frau. 2021 suchte er dort sein Liebesglück – mit Sabrina funkte es zwar zunächst, doch das gemeinsame Kapitel endete nach wenigen Monaten. Nun sorgt der Landwirt erneut für Schlagzeilen, allerdings aus einem ganz anderen Grund: Mathias Kreiß will Bürgermeister werden. Sein Ziel: das Rathaus von Leipheim. Sein politisches Ticket: die Alternative für Deutschland.
Warum Kreiß für die AfD antritt
In einem Interview mit der Günzburger Zeitung begründete Kreiß seine Entscheidung deutlich. Er sehe die Politik der vergangenen Jahre als Fehlentwicklung an. „Da die Regierungen der letzten Jahre eine völlig falsche Politik betrieben haben, die Deutschland nicht zukunftsfähig aufstellen wird“, erklärte er. Für Leipheim kündigt er an, die Stadt „wieder als lebenswerte und zukunftsorientierte Stadt“ positionieren zu wollen. Dabei betont er eine „konstruktive Zusammenarbeit mit allen Stadträten, den lokalen Institutionen und allen Bürgern“.
Klare Abgrenzung – und harte Worte
Gleichzeitig spart Kreiß nicht mit Kritik an politischen Mitbewerbern. Er wolle nicht länger hinnehmen, „wie nur ‚Ideologen‘ als Kandidaten für Leipheim, Riedheim und auch Weißingen antreten“. Besonders deutlich wird der Ton in einer Mitteilung des AfD-Kreisverbands. Dort heißt es: „Vorhaben, die Klimaideologie oder ‚Multikulti‘ fördern sollen, stehen auf der Streichliste!“ Die Partei wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet – ein Umstand, der die Kandidatur zusätzlich brisant macht.
Massive Kritik aus der Fan-Community
In den sozialen Netzwerken stößt Kreiß’ politischer Schritt auf heftigen Widerstand. Viele ehemalige Fans reagieren enttäuscht oder wütend. Ein Nutzer schreibt laut derwesten: „Ein Bauer, der AfD-Positionen vertritt, sägt nicht nur am Ast, auf dem er sitzt. Er hält die Säge für Patriotismus und wundert sich dann über den Fall.“ Das Urteil fällt scharf aus: „Das ist kein Protest. Das ist intellektuelle Selbstverzwergung mit ideologischem Etikett.“
Zweifel an AfD und Bauernpolitik
Auch andere Kommentare stellen die politische Linie infrage – gerade mit Blick auf die Landwirtschaft. „Er ist doch ein Bauer, hat er sich die AfD angesehen?“, fragt ein User. Die Kritik zielt darauf ab, dass die Partei zwar als bauernnah auftrete, langfristig aber weniger Subventionen und mehr Marktmechanismen befürworte. „Das ist kein uneingeschränktes ‚Beibehalten aller Förderungen‘, sondern ein grundsätzlich anderes Modell, das für viele Bauern faktisch weniger Geld bedeuten kann“, heißt es weiter.
Entscheidung an der Wahlurne
Ob Mathias Kreiß mit seinem Kurs überzeugen kann, entscheidet sich am 8. März, wenn die Bürgerinnen und Bürger von Leipheim wählen. Fest steht schon jetzt: Der ehemalige TV-Landwirt polarisiert stärker denn je. Vom romantischen Kuppelformat bis zur umstrittenen Bürgermeisterkandidatur – sein Weg sorgt für Diskussionen. Ob daraus politischer Erfolg wird, bleibt offen.

