Krasse Verwandlung: So sah Hella von Sinnen vor knapp vier Jahrzehnten aus

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Hella von Sinnen ist eine Kultfigur in Deutschland. Wir zeigen dir, wie sie sich über knapp vier Jahrzehnte entwickelt hat.

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Eine Erscheinung, die man nie vergisst

Image: IMAGO / Future Image
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Hella von Sinnen ist eine dieser Persönlichkeiten, die man nicht übersieht – und auch nie übersehen sollte. Rückwärts gekämmte, wasserstoffblonde Haare, auffällige Anzüge, bunte Brillen: Ihr Look war immer Statement, nie Zufall. Schon als sie in den 1980er-Jahren im Unterhaltungsfernsehen Fuß fasste, war klar, dass sie sich nicht anpassen würde.

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Nur eines war damals noch anders: ihre Frisur. Ansonsten aber stand Hella von Sinnen von Beginn an für schrille Freiheit, bewusste Überzeichnung und kompromisslose Eigenständigkeit. Am 2. Februar feiert sie nun ihren 67. Geburtstag – und blickt auf ein Leben zurück, das ebenso laut wie konsequent war.

Zwischen „Schreckschraube“ und Hochintelligenz

Image: IMAGO / Horst Galuschka
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1991 bezeichnete die Deutsche Presse-Agentur sie als die „schrillste Frau des deutschen Fernsehens“. In Porträts hieß es, sie schrecke äußerlich vor nichts zurück – mal verkleidet als Empire State Building, mal als Kuh mit Euterhut. Andere Medien nannten sie die „Schreckschraube der Nation“.

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Ganz anders urteilte 1995 die taz. Dort hieß es: „Warum es den meisten Mainstream-Kritikern so schwerfällt, Hella von Sinnen als begabte Schauspielerin anzuerkennen, hängt wohl eher damit zusammen, dass sie eine außergewöhnlich kluge Frau ist, der zudem jeder Anflug von weiblicher Untertanen-Mentalität fehlt.“ Ein Satz, der ihr Wesen treffender kaum beschreiben könnte.

Ablehnungen, Studium und ein Schicksalsfreund

Image: IMAGO / Horst Galuschka
Image: IMAGO / Horst Galuschka

Hella von Sinnen studierte in Köln Theaterwissenschaften, Germanistik und Pädagogik, schloss das Studium jedoch nicht ab. Eine klassische Schauspielschule? Besuchte sie nie – nicht aus Mangel an Willen, sondern weil sie gleich sechsmal abgelehnt wurde. Aufgeben kam für sie trotzdem nicht infrage.

Auf der Studiobühne der Universität fand sie zur Schauspielerei – und traf dort ihren besten Freund: Dirk Bach. Eine Verbindung, die ihr Leben prägen sollte. 1986 stand sie erstmals vor der Kamera – für Rosa von Praunheims Film Ein Virus kennt keine Moral. Kurz darauf folgte der Durchbruch im Fernsehen.

RTL, Kultshows und Dauerpräsenz

Image: IMAGO / teutopress
Image: IMAGO / teutopress

Bei RTL – damals noch RTL plus – wurde Hella von Sinnen zum festen Bestandteil des Programms. Von 1988 bis 1992 moderierte sie die Comedyspielshow Alles Nichts Oder?!, später folgte die legendäre Erotik-Gameshow Tutti Frutti mit Hugo Egon Balder.

Parallel entwickelte sie eigene Bühnenprogramme, übernahm Synchronrollen, spielte Theater und präsentierte ihr eigenes RTL-Magazin „Weiber von Sinnen“. Von 2003 bis 2010 gehörte sie zudem zum Rateteam von Genial daneben auf Sat.1. Hella war überall – und immer unverkennbar.

Rückzug, Rollstuhl und das innere Kind

In den vergangenen Jahren wurde es ruhiger um sie. Im Oktober 2024 sorgte sie jedoch erneut für Schlagzeilen: „Hella von Sinnen sitzt nach zweifachem Beinbruch im Rollstuhl“. Im YouTube-Format „Massengeschmack-TV“ erklärte sie trocken: „Ich habe mir mal flott im Februar die Beine gebrochen.“ Und fügte augenzwinkernd hinzu: „Das war sehr ärgerlich, was mir da passiert ist, und ich war noch nicht mal besoffen.“

Kurz zuvor hatte sie dem ORF-III-Moderator Peter Fässlacher ein langes Interview gegeben – in einer auffälligen „Wonder Woman“-Jacke. Über ihr Lebensgefühl sagte sie: „Sie wissen ja, dass ich das Kind in mir kultiviere, permanent, unaufhörlich, mit bunten Spielmannsanzügen.“

Haltung, Humor und ein bleibendes Vermächtnis

Hella von Sinnen beschreibt sich selbst als innerlich Sechsjährige: „Beleidigt sein, haben wollen, Helli soll’s gut gehen, das Helli will Geschenke, Helli will im Mittelpunkt stehen.“ Doch hinter dieser spielerischen Selbstbeschreibung steckt Haltung.

Im selben Interview sprach sie auch über Dirk Bach, der 2012 starb. Ihre Freundschaft nannte sie „ein Gottesgeschenk“. Gemeinsam hätten sie den Mund aufgemacht, wenn sie mit sexistischem Unsinn konfrontiert wurden – und seien dafür vom Publikum „ausgesprochen positiv“ aufgenommen worden: als zwei Menschen, die offen dazu standen, wer sie sind.

Hella von Sinnen war mehrere Jahre mit Cornelia Scheel liiert und engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Diskriminierung der LGBTQI-Community. Schrill, klug, unbequem – und bis heute eine der mutigsten Stimmen des deutschen Fernsehens.

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