RTL greift durch: Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Show von Stefan Raab

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Ein satirischer Einspieler, ausgestrahlt am Internationalen Holocaust-Gedenktag, hat eine Welle der Empörung ausgelöst – und zwingt RTL jetzt zu konsequentem Handeln.

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Ein TV-Einspieler sorgt für Empörung

Image: RTL
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Ein Beitrag in der Sendung Stefan Raab Show – Die halbe Stunde nach der Stunde danach hat eine Welle der Entrüstung ausgelöst. In dem satirisch gemeinten Einspieler wurden mehrere Aussagen über Gil Ofarim getroffen, die viele Zuschauer und Medien als problematisch empfinden.

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Schon kurz nach der Ausstrahlung auf RTL wurde der Clip heftig kritisiert – nicht nur wegen seines Inhalts, sondern auch wegen des Zeitpunkts, an dem er gesendet wurde.

Umstrittene Aussagen und Bilder

Image: RTL
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In dem Einspieler meldete sich die bekannte Off-Stimme der Show zu Wort und erklärte zunächst: „Das musikalische Talent hat er von seinem Vater Abi Ofarim, der in Wirklichkeit kein Abi hatte.“

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Anschließend folgte eine besonders brisante Passage zum angeblichen „Betrüger-Gen“. Zu sehen war ein Markthändler, der Äpfel in eine Plastiktüte legte, während er andere unauffällig in einen schwarzen Einkaufstrolley steckte. Dazu kommentierte die Stimme: „Das bringt uns zum Betrüger-Gen von Gil, das er seinem Onkel Samuel zu verdanken hat.“

Nach Recherchen der Bild existiert ein solcher „Onkel Samuel“ in Ofarims Familie jedoch gar nicht.

Weitere Passagen verstärken die Kritik

Image:  IMAGO / Christian Ohde
Image: IMAGO / Christian Ohde

Der Beitrag enthielt noch weitere Elemente, die viele als hochproblematisch empfanden. So hieß es unter anderem: „Trotz des großen Skandals ist er natürlich ein Ausnahmetalent, das vor allem in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen landet.“

Parallel dazu wurden Bilder von tanzenden, ultraorthodoxen Männern eingeblendet. Für zahlreiche Zuschauer verstärkte diese Bildsprache den Eindruck, dass hier mit antisemitischen Klischees gespielt wurde – bewusst oder unbewusst.

Besonders sensibel: Die Ausstrahlung erfolgte ausgerechnet am Internationalen Holocaust-Gedenktag.

Scharfe Kritik von jüdischer Seite

Image: AI
Image: AI

Die Jüdische Allgemeine reagierte deutlich. Die Zeitung bezeichnete den Einspieler als eindeutig antisemitisch. Redakteurin Ayala Goldmann schrieb, die Ausstrahlung sende das Signal, dass Antisemitismus im deutschen Fernsehen selbst am Holocaust-Gedenktag offenbar „normal und sogar lustig“ sei.

Goldmann forderte den Sender offen dazu auf, Konsequenzen zu ziehen. Die Kritik bekam schnell Rückhalt in sozialen Netzwerken und von weiteren Medien.

RTL verteidigt sich – und zieht Konsequenzen

Image:  IMAGO / Panama Pictures
Image: IMAGO / Panama Pictures

RTL reagierte auf die Vorwürfe mit einer Stellungnahme gegenüber der „Bild“. Ein Sprecher erklärte: „Der Beitrag setzt sich mit der Person Gil Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe auseinander, insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls.“

Der Sender betonte, dass in der Sendung alle Dschungelcamp-Teilnehmer „satirisch nähergebracht“ worden seien. Dabei seien „bewusst überzeichnete, fiktionale und teils absurde Bilder und Geschichten“ verwendet worden.

Clip gelöscht – Sensibilität angekündigt

Image:  IMAGO / pictureteam
Image: IMAGO / pictureteam

Trotz dieser Einordnung zog RTL konkrete Konsequenzen. Der umstrittene Einspieler wurde inzwischen entfernt, die Sendung vom 27. Januar ist auf RTL+ nicht mehr abrufbar.

In der Stellungnahme heißt es weiter: „RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte.“ Der Sender kündigte an, künftige Inhalte „noch sensibler daraufhin prüfen“ zu wollen, „welche Deutungen sie ermöglichen“.

Der Fall zeigt eindrücklich, wie schmal der Grat zwischen Satire und Grenzüberschreitung sein kann – insbesondere bei historischen und gesellschaftlich hochsensiblen Themen.

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