Er wollte nur funktionieren, bis nichts mehr ging – jetzt verrät Sasha, warum sein Alter Ego Dick Brave mehr war als ein Spaß im Rockabilly-Outfit.
Zwölf Jahre später – plötzlich ist Dick Brave wieder da
Zwölf Jahre lang war es still um Dick Brave. Jetzt meldet sich das Alter Ego von Sasha mit ordentlich Hüftschwung zurück. „Back for good“ heißt passenderweise das neue Doppelalbum – und genau das ist die Botschaft.
Dick Brave, der Rockabilly-Sänger mit Elvis-Tolle, kanadischem Akzent und jeder Menge Augenzwinkern, steht wieder auf der Bühne. Für Sasha ist das mehr als ein musikalisches Comeback. Es ist eine Rückkehr zu sich selbst.
Der Popstar, den plötzlich alle wollten

Ein Blick zurück. Ende der 90er. 1998 wird Sasha mit If You Believe über Nacht zum internationalen Star. Über eine halbe Million verkaufte Singles, 17 Bravo-Cover, kreischende Fans von Italien bis Asien.
„Ich habe fünf Jahre lang auf der Überholspur gelebt. Ich war überall auf der ganzen Welt: in Amerika, Thailand, in ganz Europa. Es war wirklich eine krasse Zeit, es war eine geile Zeit – aber das Pensum war hoch.“
Der Erfolg ist riesig – und frisst langsam seine Energie.
„Ich habe nur noch funktioniert“

Was nach Traumkarriere klingt, wurde für Sasha zur Belastung. „Ich war eine Maschine und habe nur noch funktioniert.“
Er merkt, dass etwas nicht stimmt, will es sich aber lange nicht eingestehen. „Wenn du endlich da bist, wovon du schon immer geträumt hast, dann zu sagen: ‚Ich lege eine Pause ein‘, das ist schon ein krasser Schritt.“
Heute würde man es Burnout nennen. Damals fehlte der Begriff – nicht aber die Symptome. „Leute kamen nach Shows zu mir und fragten: ‚Geht’s dir gut?‘“
Die Notbremse – und eine spontane Idee
Sasha zieht die Reißleine. „Ich habe gesagt, ich mache ein Jahr lang Pause.“ Überraschend: Sein Umfeld unterstützt ihn. Doch statt Reisen und Rückzug passiert etwas Unerwartetes.
Ein kleines Weihnachtskonzert. 150 Leute. Sasha will nicht als Sasha auftreten. „Also habe ich mir überlegt, ich mache Rock’n’Roll. Nur für diesen einen Abend.“
Aus einem Abend werden zwei. Aus einer Idee wird eine Figur. 2002 ist Dick Brave geboren.
„Dick Brave war meine Therapie“
Was als Spiel beginnt, wird Rettung. Das Album „Dick This!“ landet 2003 auf Platz eins, wird mit Doppelplatin ausgezeichnet.
„Ich weiß, dass Dick Brave meine Therapie war.“
Und weiter: „Es klingt ein bisschen schizophren, aber es hat gutgetan, sich eine Kunstfigur anzulegen.“
Dick Brave lenkt vom Popstar Sasha ab – und bringt ihn gleichzeitig zurück zu seinen musikalischen Wurzeln. „Elvis war die erste Platte, die ich selbst auf den Plattenteller gelegt habe.“
Warum Dick Brave jetzt zurück ist
Warum also das Comeback – gerade jetzt? Sasha hört auf sein Bauchgefühl. „Das Bauchgefühl hat einfach gestimmt.“ Auch seine Frau Julia spielt eine Rolle. „Als ich mich noch nicht getraut habe, es laut auszusprechen, hat sie es zum Thema gemacht.“
Heute fühlt sich alles leichter an. „Natürlich liegen zwölf Jahre dazwischen, aber diese Leichtigkeit ist noch da.“
Rock’n’Roll kennt kein Alter, sagt Sasha. Und Dick Brave beweist es. Die Musik hält jung – und manchmal rettet sie sogar ein Leben.

