Marie Wegener war einst das blutjunge Wunderkind von DSDS – heute erhebt sie nach acht stillen Jahren ihre Stimme – und das Echo ist deutlich lauter als jede Casting-Show-Fanfare.
Ein Sieg, der alles veränderte

Sie war ein Teenager – und plötzlich Superstar. Als Marie Wegener 2018 das Finale von Deutschland sucht den Superstar gewann, schrieb sie Geschichte. Mit gerade einmal 16 Jahren war sie die jüngste Gewinnerin aller Zeiten.
Ironischerweise durfte sie bei der finalen Entscheidung nach Mitternacht nicht einmal mehr auf der Bühne stehen. Zu jung. Und doch stand ihr Name ganz oben – als neue Hoffnung des deutschen Pop.
Der kometenhafte Aufstieg

Marie setzte sich gegen Michel Truog, Michael Rauscher und Janina el Arguioui durch.
Poptitan Dieter Bohlen schrieb ihr die Siegersingle Königlich – der Startschuss für eine Karriere, die vielversprechend begann. Nach außen sah alles nach Märchen aus. Doch hinter den Kulissen begann ein ganz anderer Kampf.
„Ich wurde nicht wirklich ernst genommen“

Acht Jahre später spricht Marie Wegener offen – und erschütternd ehrlich. In einem Instagram-Video blickt sie auf die Zeit nach DSDS zurück. „Ihr kennt mich wahrscheinlich als die jüngste DSDS-Gewinnerin, aber was danach alles passiert ist, hat mich auseinandergenommen.“
Sie macht klar, wie groß die Lücke zwischen Fernsehbild und Realität war. „Die meisten von euch kennen ja immer nur das, was im Fernsehen ausgestrahlt ist, aber die Realität ist anders.“
Ihr Fazit damals: „Ich wurde nicht wirklich ernst genommen. Ich war halt ein kleines, junges Mädchen, das da mal ein bisschen rumträllert.“
Ein Preis, der zu hoch war
Heute ist Marie 24 Jahre alt, trägt ihre Haare lang und braun – äußerlich wie innerlich ein anderer Mensch. Rückblickend sagt sie: „Wenn ich damals gewusst hätte, was auf mich zukommen würde, wäre ich diesen Weg so nicht gegangen.“
Noch immer beschäftigt sie ein Rechtsstreit mit ihrem Ex-Manager. Dazu kommen Erfahrungen mit übergriffigem Verhalten aus der Branche. „Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die mir das Leben zur Hölle gemacht haben.“
Worte, die zeigen, wie tief die Wunden sitzen.
Der Versuch eines Neuanfangs
Trotz allem will Marie Wegener nicht stehen bleiben. Sie entscheidet sich bewusst für einen Neuanfang – fernab alter Strukturen. „Mit einer neuen Ära, mit einem neuen Team, mit tollen Leuten um mich herum.“
Musik soll dabei wieder das sein, was sie einmal war: Ausdruck, nicht Druck. Um das Erlebte zu verarbeiten, greift sie erneut zum Mikrofon – diesmal zu ihren eigenen Bedingungen.
Neue Musik, neue Stärke
Der Neuanfang hat bereits einen Namen. „Deswegen habe ich, um das alles aufzuarbeiten und um neu zu starten, einen neuen Song am Start und der Song heißt ‚Krieg mit mir selbst‘.“
Der Titel klingt nach innerem Kampf – und nach Befreiung. Für Marie Wegener ist es mehr als ein Lied. Es ist der Versuch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich ihre Stimme zurückzuholen.
Nicht mehr als „das junge Mädchen von DSDS“ – sondern als Künstlerin, die ihre Geschichte selbst erzählt.

