Ein unscheinbares Möbelstück aus der Jahrhundertwende entfacht in der neuesten „Bares für Rares“-Folge eine Debatte, die weit über den Trödel-Tisch hinausreicht. Was als harmlose Verkaufsaktion beginnt, endet in lautstarkem Entsetzen.
Ein Möbelstück sorgt für Stirnrunzeln

In der aktuellen Ausgabe von Bares für Rares staunten nicht nur die Händler – auch das Publikum dürfte irritiert gewesen sein.
Gerdi hatte ein altes Möbelstück mitgebracht, das optisch durchaus ins Badezimmer passen würde. Ursprünglich war es für ihr Enkelkind gedacht, doch schnell wurde klar: Porzellan und Neugeborene sind keine ideale Kombination.
Also landete das Stück auf dem Expertentisch – und entpuppte sich als sogenanntes Hygienemöbel.
Ein Bidet von 1900
Experte Sven Deutschmanek klärte auf: Es handelte sich um ein Bidet aus der Zeit um 1900.
Mit einem kleinen Exkurs ins Französische erklärte er die Herkunft des Begriffs. „Bidet“ bedeute so viel wie kleines Pferd oder Pony – „weil man rittlings aufsteigen muss“.
Die Demonstration ließ nicht lange auf sich warten.
Luxus für die gehobene Gesellschaft
Zur Jahrhundertwende war ein solches Möbelstück vor allem in wohlhabenden Haushalten zu finden.
Der genaue Erfinder ist unbekannt, doch die Einsatzschalen stammten von Villeroy & Boch, wie Deutschmanek erläuterte.
Kleine Schäden – eine abgebrochene Ecke an der Seifenschale und poröse Schläuche – schmälerten den Zustand etwas.
Pasta im Bidet?

Trotzdem schätzte der Experte den Wert auf 120 bis 150 Euro. Gewünscht waren lediglich 50 Euro.
Doch dann ließ Deutschmanek seiner Fantasie freien Lauf: „Kennst du das, wenn du Besuch hast und eine große Portion Pasta machst?“ – mit Blick auf die große Schale.
Moderator Horst Lichter konterte trocken: „Mit Ketchup.“
Zurück blieb ein Kopfkino, das viele wohl lieber schnell wieder loswerden wollten.
Händler reagieren entsetzt

Im Händlerraum wurde zunächst gerätselt: Babywanne? Puppenmöbel? Hundebad?
Walter Lehnertz brachte schließlich Licht ins Dunkel und erklärte, dass es sich um ein Klapp-Bidet handelte.
Als die Verkäuferinnen von Deutschmaneks Pasta-Idee berichteten, reagierten die Händler mit Abscheu:
„Boah, dem Sven ist aber auch alles egal.“
„Das ist echt entwürdigend.“
100 Euro für das Kuriosum

Trotz aller Scherze ging es schließlich ums Geschäft. Das Eichenholz-Möbel kletterte auf 100 Euro.
Jos van Katwijk erhielt den Zuschlag.
Ein kurioser Fund, ein wenig zu viel Fantasie – und am Ende doch ein erfolgreicher Verkauf. „Bares für Rares“ bleibt eben immer für eine Überraschung gut.

