Ein live übertragener Abschiedsmoment verwandelte die sonst heitere MDR-Talkshow „Riverboat“ in eine Bühne der stillen Trauer – und Kim Fisher zeigte so viel Verletzlichkeit wie selten zuvor.
Eine ganz normale Talkrunde – bis zum letzten Moment

Das „Riverboat“ im MDR ist bekannt für seine großen Gesprächsrunden mit Gästen aus Ost und West – oft locker, unterhaltsam, manchmal überraschend persönlich. Auch am vergangenen Freitag wirkte zunächst alles wie gewohnt: Comedian Paul Panzer, „Bergdoktor“-Ikone Monika Baumgartner und Schauspieler Sabin Tambrea saßen in der Runde, es wurde erzählt, gelacht und diskutiert.
Doch diesmal lag am Ende etwas über der Sendung, das niemand im Studio wirklich „wegmoderieren“ konnte. Denn kurz vor Mitternacht, als eigentlich die gewohnte Verabschiedung folgen sollte, änderte sich die Stimmung schlagartig. Plötzlich war da keine leichte Talkshow-Atmosphäre mehr – sondern spürbare Trauer.
Und dann passierte etwas, das viele Zuschauer so nicht erwartet hatten: Moderatorin Kim Fisher kämpfte sichtbar mit ihren Emotionen.
„Ich komme jetzt zu einem Punkt…“ – Kim Fisher ringt um Fassung

Als Kim Fisher sich am Ende der Sendung von den Zuschauern verabschieden wollte, merkte man ihr an, wie schwer ihr die Worte fielen. Sie begann nicht wie sonst mit einem lockeren Abschlusssatz, sondern mit einer Ankündigung, die sofort unter die Haut ging.
„Ich komme jetzt zu einem Punkt, da habe ich mich den ganzen Tag vor gegraust“, sagte die 56-Jährige. Schon in diesem Moment wurde klar: Jetzt geht es nicht um einen üblichen Show-Abschluss, sondern um etwas, das das gesamte Team belastet.
Dann erklärt sie, dass diese Ausgabe einem Menschen gewidmet werden soll, der eigentlich an genau dieser Sendung hätte mitarbeiten sollen – aber nicht mehr da ist. Es ist ein Moment, in dem die Talkshow plötzlich ihre Bühne verlässt und etwas sehr Reales, sehr Persönliches ins Zentrum rückt.
Der verstorbene Kollege: Autor Dirk Ebert fehlt plötzlich

Kim Fisher nennt den Namen: Dirk Ebert, Autor der Sendung, ist verstorben. Er war nicht irgendein Mitarbeiter, sondern jemand, der maßgeblich an der inhaltlichen Vorbereitung beteiligt war. Er führte Vorgespräche mit den prominenten Gästen, bereitete Themen vor und war damit ein zentraler Teil dessen, was Zuschauer am Ende als „gelungene Runde“ erleben.
Genau deshalb trifft sein plötzlicher Tod das Team offenbar besonders. Denn während im Studio geredet und gelacht wird, stehen hinter den Kulissen Menschen, die diese Gespräche möglich machen – und deren Arbeit selten sichtbar ist.
Kim Fisher richtet sich in diesem Moment direkt an ihn und sagt: „Dirk, wir wünschen dir eine gute Reise“.
Und dann merkt man: Sie schafft es kaum, die Fassung zu halten.
„Gott, ich wollte das so nicht“ – der Moment, in dem sie nicht mehr kann

Nach ihren Worten an Dirk Ebert passiert etwas, das im Live- oder Studio-Feeling besonders intensiv wirkt: Kim Fisher kommen die Tränen. Ihre Stimme bricht, sie kämpft sichtbar, den Moment irgendwie zu Ende zu bringen – doch es gelingt ihr nur noch in kurzen Sätzen.
„Gott, ich wollte das so nicht. Und wir danken dir für all diese wundervollen Jahre mit dir zusammen.“ Man spürt, wie sehr sie versucht, Haltung zu bewahren – und wie unmöglich das in diesem Augenblick ist.
Gleichzeitig wird deutlich, dass Dirk Ebert nicht nur irgendein Kollege war, sondern jemand, mit dem über viele Jahre gemeinsam gearbeitet wurde. Laut ihrer Aussage war er seit Anfang der 2000er-Jahre für den MDR tätig. Das macht den Abschied noch schwerer: Es ist nicht nur ein Verlust „von heute“, sondern das Ende einer langen gemeinsamen Zeit.
„So ist das Leben“ – und der Versuch, den Abend trotzdem zu würdigen
Trotz der Trauer versucht Kim Fisher, dem Moment eine Art Sinn zu geben – nicht als Erklärung, sondern als Haltung. Sie sagt: „So ist das Leben.“ Und dann folgt ein Satz, der wie eine kleine Brücke zurück zur Sendung wirkt: Sie ist überzeugt, dass Dirk Ebert gewollt hätte, dass die Runde trotzdem lachen kann.
„Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du, Dirk, das auch gewollt hättest, dass wir heute mit unseren Gästen von Herzen lachen können“, sagt sie.
Dieser Gedanke ist typisch für viele Abschiede im Arbeitsumfeld: Dass man weitermacht, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es dem Verstorbenen gerecht werden soll. Gerade bei einer Show, die von Stimmung lebt, ist das eine schwierige Balance – doch Kim Fisher spricht es offen aus.
Was sie hingegen bewusst nicht sagt: Woran Dirk Ebert gestorben ist.
Über die Ursache schweigt sie – doch der Tod soll „völlig überraschend“ gekommen sein
Kim Fisher nennt keine Gründe und keine Details zur Todesursache. Sie lässt diesen Teil bewusst offen, vermutlich aus Respekt – und weil es nicht an ihr ist, darüber zu sprechen. So bleibt für Zuschauer nur das, was im Studio sichtbar wurde: ein Abschied, der offenbar viel zu früh kommt.
Wie „Thüringen24“ berichtet, soll Dirk Eberts Tod völlig überraschend gekommen sein. Gerade das macht die Szene am Ende des „Riverboat“ so eindrücklich: Es wirkt nicht wie ein lang erwarteter Abschied, sondern wie ein plötzlicher Einschnitt, der das Team unvorbereitet trifft.
Am Ende bleibt ein Moment, der über die Sendung hinausgeht: Eine Moderatorin, die nicht „professionell durchzieht“, sondern zeigt, was Verlust bedeutet – und ein Team, das eine ganze Ausgabe jemandem widmet, der sonst im Hintergrund wirkte, aber offenbar ein Herzstück der Show war.

