Boris Becker überrascht mit einem schonungslosen Geständnis.
Ein Podcast-Moment, der mehr ist als nur Rückblick

Boris Becker (58) sitzt im Podcast-Studio – und wirkt plötzlich so offen wie lange nicht. Im „The Louis Theroux Podcast“ geht es nicht um Tennis, nicht um Titel, nicht um Glanzzeiten. Es geht um etwas, das ihn bis heute begleitet: das Ende seiner Ehe mit Barbara Becker (59). Und damit um ein Kapitel, das damals öffentlich explodierte.
Denn die Trennung der beiden war nie „nur“ privat. Sie wurde zur Schlagzeile, zur Dauerstory, zum Symbol für Absturz und Skandal. Und genau deshalb ist es bemerkenswert, wie Becker heute darüber spricht: weniger aggressiv, weniger Rechtfertigung – dafür mit erstaunlich klaren Sätzen.
Was er sagt, ist nicht nur ein Rückblick. Es ist ein Eingeständnis – und gleichzeitig eine neue Einordnung der damaligen Dynamik.
„Ich habe sie betrogen“ – Becker übernimmt die Verantwortung

Im Podcast spricht Boris Becker über die Affäre mit Angela Ermakova – die Affäre, die seine Ehe mit Barbara Becker endgültig erschütterte. Als öffentlich wurde, dass aus dem Seitensprung Tochter Anna (25) hervorgegangen war, zerbrach die Beziehung zu Barbara, der Mutter seiner Söhne Noah und Elias.
Und Becker formuliert es heute ohne Ausflüchte. Er sagt: „Ich habe sie betrogen, daran besteht kein Zweifel“. Dieser Satz klingt wie ein Schlussstrich unter jede Ausrede. Keine Relativierung, kein „aber“. Nur Verantwortung.
Gleichzeitig macht genau diese Klarheit den nächsten Teil so spannend: Denn obwohl Becker seine Schuld benennt, spricht er auch darüber, wie sich danach alles anfühlte – und wie sehr ihn die öffentliche Wahrnehmung geprägt hat.
Der Rosenkrieg: „Ein paar Szenen“ – mehr bleibt bei ihm kaum hängen

Nach der Trennung folgte damals ein öffentlicher Rosenkrieg, an den sich viele noch gut erinnern – Becker selbst aber offenbar nur noch verschwommen. Im Podcast sagt er: „Nach unserer Scheidung gab es ein paar Szenen. Aber es ist schon so lange her“.
Er beschreibt, dass vieles verblasst sei und er lange überlegen müsse, was damals genau passiert sei. Das wirkt fast so, als würde er das Kapitel emotional auf Abstand halten – oder als habe die Zeit vieles weichgezeichnet.
Doch dann wird er konkreter, wenn es um das Kräfteverhältnis geht. Er sagt, die öffentliche Wahrnehmung habe ihn automatisch zum Schuldigen gemacht – und daraus sei eine Machtposition entstanden, die Barbara gehabt habe.
„Sie hatte die Macht“ – Becker beschreibt das damalige Ungleichgewicht
Boris Becker sagt im Podcast, entscheidend sei gewesen, wie die Öffentlichkeit ihn gesehen habe. Sein Eindruck: Er war in der Erzählung der „Bösewicht“ – und damit war die Rollenverteilung klar. Er formuliert es so: „Sie hatte die Macht, weil ich der Bösewicht war. Sie hat eine ordentliche Abfindung bekommen. Und sie hat begriffen, dass niemand perfekt ist“.
Das ist einerseits eine nüchterne Beschreibung, andererseits klingt darin auch ein kleiner Stachel mit. Trotzdem kippt er nicht in Bitterkeit. Im Gegenteil: Becker spricht heute auffallend respektvoll über Barbara – und betont, dass sich ihre Beziehung über die Jahre verändert habe.
Es wirkt wie ein Versuch, das Ganze nicht mehr als Krieg, sondern als Geschichte zu erzählen, aus der am Ende etwas Stabileres entstanden ist.
„Wundervolle Mutter“: So spricht Becker heute über Barbara
Trotz aller Verletzungen betont Boris Becker, dass es ihnen gelungen sei, eine Beziehung aufzubauen, die auf Respekt basiert. Und er lobt Barbara ausdrücklich – nicht allgemein, sondern sehr konkret als Mutter: „Sie ist eine wundervolle Mutter für meine beiden ältesten Söhne“.
Gleichzeitig hebt Becker auch seine eigene Rolle hervor. Er sagt, er habe sich wirklich gut um Noah und Elias gekümmert – auch wenn sie damals nicht in Europa lebten, sondern nach Miami gezogen sind. Damit zeichnet er ein Bild, das weniger nach Trennungsschlacht klingt und mehr nach Familien-Organisation unter schwierigen Bedingungen.
Und genau hier wird der Ton im Podcast besonders interessant: Aus „Ex-Partner“ wird wieder „Familie“ – zumindest in der Art, wie Becker es heute formuliert.
„Eng verbundene Familie“ – Beckers Schlusswort wirkt wie ein neues Kapitel
Am Ende zieht Boris Becker ein Fazit, das viele so vielleicht nicht erwartet hätten – gerade wegen der damaligen Schlagzeilen und des öffentlichen Drucks. Er sagt: „25 Jahre später betrachten wir uns trotz allem, was passiert ist, immer noch als eine eng verbundene Familie“.
Damit schiebt er die Beziehung zu Barbara Becker in eine andere Kategorie: nicht zurück zur Ehe, aber weg von Feindschaft. Die beiden verbindet ihre gemeinsame Geschichte – und ihre Söhne Noah und Elias. Dazu kommt Anna, die aus der Affäre mit Angela Ermakova hervorging.
Unterm Strich klingt Beckers Podcast-Auftritt wie ein Versuch, Verantwortung und Respekt gleichzeitig stehen zu lassen: Schuld eingestehen – aber nicht im Hass verharren. Und genau deshalb wirkt dieses Interview so stark: Weil es nicht nach Show klingt, sondern nach einem späten, klaren Blick zurück.

