Ein TV-Aus, viele offene Fragen – und ein Stefan Mross, der mit seiner Enttäuschung offenbar nicht hinter dem Berg hält.
Das Ende einer langen Fernsehära

Diese Nachricht traf viele Zuschauer völlig unerwartet: Die ARD kündigte im März an, dass die beliebte Musiksendung „Immer wieder sonntags“ noch in diesem Jahr eingestellt wird. Damit endet nach Jahrzehnten eine der bekanntesten Unterhaltungsshows des deutschen Fernsehens.
Zwischen Ende Mai und September sollen nur noch 13 letzte Live-Ausgaben ausgestrahlt werden. Für Millionen Fans, die die Sendung jahrelang fest in ihren Sonntagsablauf integriert hatten, ist das ein echter Schock. Besonders hart trifft die Entscheidung jedoch Moderator Stefan Mross, der das Format seit mehr als 20 Jahren geprägt hat wie kaum ein anderer.
Für viele Zuschauer gehörte Mross längst untrennbar zur Show. Umso größer ist nun die Überraschung darüber, dass die Erfolgssendung plötzlich verschwinden soll – trotz stabiler Einschaltquoten und treuer Fangemeinde.
Stefan Mross ahnte sofort, dass etwas nicht stimmt

Wie Stefan Mross nun im Gespräch mit t-online verriet, traf ihn die Nachricht völlig unvorbereitet. Eigentlich hatte der Moderator lediglich mit einem gewöhnlichen Meeting vor dem Start der neuen Staffel gerechnet.
Doch schon beim Betreten des Raumes habe er gespürt, dass etwas anders war. Rückblickend erzählt er: „Als ich in den Raum kam, habe ich die Gesichter gesehen und mir schon gedacht: Oh, das sieht nicht gut aus.“
Aus Nervosität machte er offenbar sogar noch einen Scherz: „Aus Spaß habe ich dann gesagt: ‚Das sieht ja aus, als ob ihr eine Kündigung aussprechen wollt.‘ Da meinten sie: ‚Da sind wir schon beim Thema.’“
Für Stefan Mross muss dieser Moment wie ein Schlag gewesen sein. Statt neuer Konzepte und Planungen ging es plötzlich um das Ende der Sendung, die sein Leben über Jahrzehnte bestimmt hatte.
„Ich war schockiert“: Stefan Mross rechnet mit der ARD ab

Besonders enttäuscht zeigt sich Stefan Mross über die Art und Weise, wie die Entscheidung kommuniziert wurde. Der Moderator macht deutlich, dass ihn nicht nur das Aus selbst verletzt habe, sondern auch der Umgang der Verantwortlichen mit ihm.
„Ich war schockiert“, erklärt der 50-Jährige offen. Danach findet er noch deutlichere Worte: „Das hätte man auch anders lösen können. Dass man sich nach 22 Jahren so trennt, ist nicht fair. So etwas macht man nicht.“
Der Schock habe ihn so getroffen, dass er den Raum zunächst verlassen musste. „Um Luft zu holen“, wie er selbst sagt.
Besonders emotional wird es, als Stefan Mross über seine persönliche Verbindung zur Sendung spricht. Für ihn war „Immer wieder sonntags“ offenbar weit mehr als nur ein TV-Job.
„Mein Lebenselixier“: Emotionale Worte des Moderators

Im Interview spricht Stefan Mross ungewöhnlich offen über seine Gefühle. Der Moderator gibt zu, dass ihn die Entscheidung tief getroffen habe.
„Natürlich sind da auch Tränen geflossen. So etwas steckt man nicht so leicht weg.“
Anschließend beschreibt er die Bedeutung der Show für sein Leben mit bewegenden Worten: „’Immer wieder sonntags‘ war meine große Liebe, mein Lebenselixier. Ich habe das 22 Jahre lang gemacht, dafür gebrannt und mein Herzblut dafür gegeben.“
Besonders schwer nachvollziehen kann Mross die Entscheidung offenbar wegen der weiterhin starken Einschaltquoten. Laut seiner Aussage erreichte die Sendung zuletzt über 1,27 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 17 Prozent.
Die ARD begründete das Ende hingegen mit Sparmaßnahmen und einer strategischen Neuausrichtung. Künftig wolle man stärker auf digitale Unterhaltungsformate und ein jüngeres Publikum setzen.
Das Aus hat auch finanzielle Folgen

Für Stefan Mross bedeutet das Ende der Show nicht nur emotionalen Schmerz, sondern auch wirtschaftliche Veränderungen. Offen spricht der Moderator darüber, dass der Wegfall der Sendung finanzielle Konsequenzen mit sich bringt.
„Man denkt schon darüber nach, wie man das wieder kompensieren kann“, gibt er ehrlich zu.
Dabei kann er offenbar auf die Unterstützung vieler Kollegen zählen. Für seine geplante „Immer wieder Stefan“-Tour im kommenden Jahr sollen sowohl die Ticketpreise gesenkt als auch die Gagen der Künstler reduziert werden.
Mross zeigt sich dankbar für diesen Zusammenhalt. Gleichzeitig macht er deutlich, dass Aufgeben für ihn keine Option sei. Besonders die Worte seines verstorbenen Vaters geben ihm offenbar weiterhin Kraft.
Stefan Mross kämpft weiter um seine Sendung

Trotz aller Enttäuschung blickt Stefan Mross offenbar kämpferisch nach vorne. Der Moderator verrät, dass bereits Gespräche mit Privatsendern laufen, um das Format möglicherweise außerhalb der ARD weiterzuführen.
Dabei betont er: „Aus Niederlagen gehe ich immer stark hervor. Das hat mir mein Papa beigebracht.“
Auch dessen Lebensweisheiten begleiten ihn bis heute: „Steuern zahlen, Verträge ernst nehmen, arbeiten, ehrlich sein und immer wieder aufstehen, auch wenn man mal auf die Schnauze fällt.“
Besonders bemerkenswert: Die bekannte Studiokulisse im Europa-Park soll vorerst nicht abgebaut werden. Für Stefan Mross ist das offenbar ein Zeichen der Hoffnung.
„Wir sind derzeit in Gesprächen mit Privatsendern. Ich bin zuversichtlich, dass da was klappt.“
Wie die neue Sendung am Ende aussehen könnte, ist zwar noch offen. Doch eines macht Stefan Mross unmissverständlich klar: Er will noch lange nicht aufgeben.

