Ein einziger Moment reichte, um aus einer sonst so abgeklärten Jägerin plötzlich die tragische Hauptfigur eines denkwürdigen „Gefragt – Gejagt“-Finales zu machen.
Ein Auftakt, der nichts Gutes verhieß

Bereits die erste Frage im Endduell setzte den Ton für einen ungewöhnlich holprigen Auftritt. Gesucht war eine italienische Speise zum Mitnehmen, die in einem flachen Faltkarton verkauft wird – doch Adriane Rickel sagte nicht Pizza, sondern „Panettone“. Ein Antwortversuch, der sofort zeigte, dass hier etwas nicht nach Plan lief.
Gerade weil Rickel sonst für Präzision und Tempo steht, wirkte dieser Fehlstart umso auffälliger. Statt sich wie gewohnt schnell zu stabilisieren, schien sie von diesem Patzer eher aus dem Rhythmus gebracht zu werden. Und genau damit war der Grundstein für ein Finale gelegt, das noch deutlich unangenehmer werden sollte.
Doch der erste Fehler war nur der Anfang – im nächsten Abschnitt wird klar, wie aus einem Patzer eine echte Pannenserie wurde.
Aus dem Stolperer wurde ein echter Kontrollverlust

Nach dem missglückten Einstieg fand die Jägerin offenbar nicht mehr richtig in die Spur zurück. Eine falsche Antwort jagte die nächste, und mit jeder weiteren Unsicherheit wurde deutlicher, dass hier ein rabenschwarzer Tag seinen Lauf nahm. Aus einer kurzen Schwächephase wurde ein Finale, das sich immer mehr zu einem seltenen Tiefpunkt entwickelte.
Am Ende summierten sich die Fehlgriffe auf gleich neun falsche Antworten. Für eine so routinierte Quizgröße ist das ein außergewöhnlicher Wert – und genau deshalb wirkte die Niederlage nicht nur überraschend, sondern fast schon surreal. Was sonst als souveräne Aufholjagd endet, wurde diesmal zum bitteren Absturz.
Wie stark dieser Einbruch wirklich war, zeigt sich aber erst, wenn man auf das Ergebnis für das Team blickt.
Die Kandidat*innen nutzten die Schwäche eiskalt aus
Während Rickel ungewohnt fehleranfällig blieb, hielt das gegnerische Quartett dem Druck stand. Kristin Lange, Tilmann Gabriel, Rukiye Burkart und Robert Kunz profitierten davon, dass die sonst so starke Jägerin ihnen an diesem Abend ungewohnt viele Chancen ließ. So bekam das Finale plötzlich eine Richtung, mit der wohl kaum jemand gerechnet hatte.
Der Lohn war beachtlich: Das Team durfte seine erspielten 23.000 Euro behalten. Gerade dieser Betrag unterstreicht, wie wichtig die Nervenstärke der Kandidat*innen in diesem Moment war. Denn ein schwacher Auftritt auf der Gegenseite reicht allein nicht – man muss die Tür auch durchschreiten. Genau das gelang hier.
Doch fast noch spannender als das Ergebnis war die Frage, wie Adriane Rickel selbst mit diesem Abend umgehen würde.
Rickel reagierte überraschend gelassen

Nach einem solchen Finale hätte man Frust, Ärger oder wenigstens sichtbare Enttäuschung erwarten können. Doch Adriane Rickel entschied sich für einen anderen Ton. Statt Ausreden zu suchen, nahm sie die Niederlage sportlich und kommentierte den missratenen Auftritt mit „Da sei diesmal der Wurm drin gewesen“.
Gerade diese selbstironische Gelassenheit passt zu dem Bild, das viele Fans von ihr haben. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass sie den Abend als Ausnahmesituation verbuchte und dem Gewinnerteam den Erfolg gönnte. Das machte den Auftritt am Ende fast menschlicher als viele ihrer glanzvollen Siege.
Allerdings blieb Rickel mit ihrer Reaktion nicht allein – auch Alexander Bommes fand deutliche Worte zu dem Finale.
Auch der Moderator konnte das Debakel nicht übergehen

Alexander Bommes ist bei „Gefragt – Gejagt“ vieles gewohnt, doch dieser Verlauf fiel selbst für ihn aus dem Rahmen. Entsprechend fiel sein Fazit aus: Er sprach davon, gerade Zeuge eines der schlechtesten Finals überhaupt geworden zu sein. Eine bemerkenswert klare Einordnung, die zeigt, wie außergewöhnlich dieser Abend tatsächlich war.
Gleichzeitig beließ es Bommes nicht bei der harten Analyse. Er hob auch hervor, welche starken Leistungen Rickel über die Jahre hinweg gezeigt hat. Genau diese Mischung aus Schonungslosigkeit und Fairness machte seinen Kommentar so treffend: Das Finale war schwach – aber eben nicht repräsentativ für ihre Klasse.
Und genau darin liegt der eigentliche Kern dieser Geschichte, der sich erst zum Schluss vollständig auflöst.
Deshalb bleibt dieser TV-Moment trotzdem besonders
Was diesen Auftritt so spannend macht, ist nicht nur die bloße Anzahl der Fehler. Es ist vor allem der Kontrast: Eine Jägerin, die sonst als extrem sattelfest gilt, erlebt ausgerechnet im entscheidenden Moment einen kompletten Einbruch. Gerade weil solche Blackouts bei Top-Quizzer*innen so selten sind, bleibt das Finale in Erinnerung.
Am Ende ist der Abend deshalb mehr als nur ein TV-Patzer. Er zeigt, dass selbst die Größten in einer Quizshow nicht unfehlbar sind. Adriane Rickel ging als Verliererin vom Platz, doch genau diese unerwartete Verletzlichkeit machte den Moment so bemerkenswert. Aus dem vermeintlichen Fehltritt wurde damit ein Fernsehaugenblick, über den man noch lange spricht.

