Ein einziger Satz hat gereicht, um bei Frank Schöbel alles zu stoppen.
Ein Refrain, der ihn sofort aufhorchen ließ

Frank Schöbel gehört zu den Schlagerstars, die bei ihrer Musik bis heute ganz genau wissen, was sie singen wollen – und was nicht. Nun verriet der 83-Jährige, dass er bei einem Songtext einmal klar die Grenze zog.
Es ging um seine Single „Dich hat der Himmel geschickt“. Für das Lied war ursprünglich ein anderer Refrain vorgesehen. Doch mit diesem Text konnte sich Schöbel überhaupt nicht identifizieren.
Statt die Zeilen einfach zu übernehmen, griff der Sänger selbst ein. Er machte einen eigenen Vorschlag – und genau dieser prägte am Ende den Refrain des Songs.
„Alter, das singe ich nicht“

In der NDR-Sendung „DAS! Rote Sofa“ erzählte Frank Schöbel, welcher Text ihm zunächst vorgelegt wurde. Die ursprüngliche Zeile lautete offenbar: „Ich habe die Liebe verlernt“.
Damit konnte der Schlagerstar wenig anfangen. Im Interview sagte er: „Da habe ich dem Texter gesagt: Alter, das singe ich nicht.“
Diese klare Reaktion zeigt, wie wichtig Schöbel Authentizität bei seinen Liedern ist. Für ihn muss ein Text offenbar nicht nur gut klingen, sondern auch zu ihm passen. Wenn eine Aussage nicht stimmt, will er sie auch nicht auf der Bühne oder im Studio vertreten.
Schöbel brachte seine eigene Idee ein

Frank Schöbel beließ es nicht bei der Ablehnung. Stattdessen schlug er selbst eine neue Richtung für den Refrain vor.
Er erzählte: „Dich hat der Himmel geschickt, keine Ahnung, wie ich dich verdient hab.“ Genau diese Idee wurde schließlich übernommen. Schöbel sagte dazu: „Und das hat er genommen.“
Damit wurde aus einem Text, den der Sänger nicht singen wollte, ein Refrain, der viel besser zu ihm passte. Der Titel bekam dadurch eine wärmere, romantischere Note – und blieb trotzdem typisch Frank Schöbel: direkt, gefühlvoll und ohne falsches Pathos.
„Ich singe nicht für mich selbst“

Ob es tatsächlich einen bestimmten Menschen gibt, den ihm „der Himmel geschickt“ hat, ließ Frank Schöbel mit einem Augenzwinkern offen. Ganz festlegen wollte er sich nicht.
Er sagte: „Jemand hat den Text geschrieben und ich habe den gesungen, und ich muss jetzt damit umgehen.“ Gleichzeitig machte er klar, dass seine Musik nicht nur um ihn selbst kreist.
Schöbel betonte: „Ich singe nicht für mich selbst.“ Für ihn stehen offenbar die Hörerinnen und Hörer im Mittelpunkt. Seine Lieder sollen Menschen erreichen, Gefühle auslösen und vielleicht auch eigene Erinnerungen wachrufen.
Seine Songs sollen mehr sein als Unterhaltung

Im Gespräch mit „t-online“ erklärte Frank Schöbel zudem, dass Musik für ihn verschiedene Aufgaben haben kann. Nicht jedes Lied müsse nur leicht und schön sein.
Er sagte: „Manche Lieder sind zum Träumen da, andere eben, um sich mit der Realität auseinanderzusetzen.“ Damit zeigt der Sänger, dass er seine Musik nicht als reine Begleitung sieht.
Schöbel, der bereits zu DDR-Zeiten zu den erfolgreichsten Interpreten gehörte, nimmt seine Texte ernst. Auch im hohen Alter bleibt er jemand, der hinschaut, widerspricht und sich nicht einfach alles vorsetzen lässt. Genau das macht ihn für viele Fans bis heute glaubwürdig.
Frank Schöbel kritisiert die Radiobranche
Dass Frank Schöbel klare Worte nicht scheut, zeigte sich auch bei seiner Kritik an deutschen Radiosendern. Erst vor einigen Monaten warf er ihnen vor, Künstler aus dem Osten gezielt zu übergehen.
Gegenüber dem „Nordkurier“ sagte er: „Man spielt uns einfach nicht mehr.“ Noch deutlicher wurde er mit dem Satz: „Manchmal habe ich die Vermutung, dass mancher darauf wartet, dass wir endlich tot sind.“
Mit diesem Gefühl steht Schöbel nicht allein. Auch andere ehemalige DDR-Künstlerinnen und Künstler beklagen fehlende Sichtbarkeit. Bei seinen Fans bleibt Frank Schöbel jedoch weiterhin gefragt. Besonders seine Weihnachtslieder gehören für viele Menschen Jahr für Jahr fest zur Adventszeit dazu.

