„Hatte Mist gebaut“: Schockierende Details über Achim Mentzel kommen ans Licht

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Achim Mentzels Geschichte klingt fast wie ein Filmstoff: ein gefeierter Entertainer, ein Leben zwischen Bühne und Privatdrama – und eine Entscheidung, die alles veränderte.

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Ein Schritt, der alles veränderte

Image: IMAGO / imago/Strussfoto
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Achim Mentzel gehörte zu den Künstlern, die sich über viele Jahre einen Namen in der ostdeutschen Unterhaltungsbranche machten. Mit seinem lockeren Auftreten, seinem Humor und seiner besonderen Art erreichte er später auch Zuschauer im wiedervereinten Deutschland.

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Doch hinter seiner erfolgreichen Karriere verbarg sich ein Kapitel, das deutlich weniger bekannt ist. Anfang der 1970er-Jahre geriet sein Leben für kurze Zeit in eine völlig andere Richtung.

Im Jahr 1972 reiste Mentzel als Mitglied des Orchesters Alfons Wonneberg in die Bundesrepublik beziehungsweise nach West-Berlin. Für einen Musiker aus der DDR war eine solche Reise etwas Besonderes. Doch während seine Kollegen nach dem Auftritt wieder zurückkehrten, entschied sich Mentzel zunächst gegen die Rückreise.

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Damit begann eine Zeit, in der vieles ungewiss war. Warum war der Musiker im Westen geblieben? Hatte seine Entscheidung politische Gründe? Oder steckte etwas ganz anderes dahinter?

Jahre später sprach Achim Mentzel selbst über diesen ungewöhnlichen Abschnitt seines Lebens und räumte dabei mit einer naheliegenden Vermutung auf.

Achim Mentzel blieb überraschend im Westen

Image: IMAGO / Funke Foto Services
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Nach dem Auftritt mit dem Orchester Alfons Wonneberg machte Achim Mentzel 1972 etwas, womit offenbar nicht gerechnet worden war: Er kehrte zunächst nicht in die DDR zurück.

Seine Kollegen traten die Rückreise an, während Mentzel im Westen blieb. Die Entscheidung dürfte damals für einige Aufmerksamkeit gesorgt haben, denn ein solcher Schritt war für einen Künstler aus der DDR alles andere als gewöhnlich.

Für Außenstehende lag deshalb schnell die Vermutung nahe, dass politische Motive hinter seinem Verhalten stecken könnten. Doch genau das verneinte Mentzel später.

Der Entertainer erklärte rückblickend, dass seine Entscheidung vielmehr mit seinem Privatleben zusammenhing. Es war eine persönliche Situation, die ihn damals dazu brachte, nicht gemeinsam mit den anderen Musikern zurückzufahren.

Dabei wurde Mentzel erstaunlich offen und ließ Jahre später durchblicken, was ihn zu diesem Schritt bewegt hatte.

„Ich hatte gerade Mist bei meiner zweiten Frau gebaut.“

Mit diesem Satz erklärte der Musiker selbst, dass hinter seinem Aufenthalt im Westen kein politischer Plan gesteckt habe. Stattdessen waren offenbar private Probleme der Auslöser für seine Entscheidung.

Doch der erhoffte Neuanfang im Westen entwickelte sich anschließend anders, als Mentzel vielleicht gehofft hatte.

Der Neustart im Westen funktioniert nicht

Nachdem Achim Mentzel zunächst im Westen geblieben war, musste er sich dort mit einer völlig neuen Situation auseinandersetzen. Die Entscheidung, nicht in die DDR zurückzukehren, bedeutete schließlich auch, dass er seine bisherige Lebenssituation hinter sich ließ.

Offenbar stellte sich jedoch schnell heraus, dass der erhoffte Neuanfang nicht so einfach werden würde. Beruflich fand der Musiker im Westen nicht die Perspektiven, die er sich möglicherweise erhofft hatte.

Für einen Künstler, der zuvor in der DDR als Musiker gearbeitet hatte, war es nicht selbstverständlich, dort unmittelbar an seine bisherige Karriere anknüpfen zu können. Die beruflichen Möglichkeiten blieben offenbar begrenzt.

Schon nach wenigen Monaten änderte sich deshalb seine Situation erneut.

Statt sich dauerhaft im Westen niederzulassen, fasste Mentzel einen Entschluss, der ebenfalls nicht ohne Risiko war: Er wollte zurück in die DDR.

Damit kehrte der Musiker dorthin zurück, wo sein bisheriges Leben stattgefunden hatte. Doch die Behörden ließen seinen vorherigen Aufenthalt im Westen nicht einfach folgenlos verstreichen.

Für Mentzel hatte seine Entscheidung deshalb noch ein juristisches Nachspiel.

Die Rückkehr bleibt nicht ohne Konsequenzen

Als Achim Mentzel schließlich wieder in die DDR zurückkehrte, war das Kapitel für ihn noch nicht abgeschlossen. Sein vorheriger Verbleib im Westen hatte Konsequenzen.

Der Musiker erhielt nach seiner Rückkehr eine Bewährungsstrafe. Damit musste er sich nach seinem gescheiterten Versuch, im Westen Fuß zu fassen, zunächst mit den Folgen seiner Entscheidung auseinandersetzen.

Trotz dieser schwierigen Erfahrung ließ sich Mentzel jedoch nicht dauerhaft aus der Bahn werfen. Er setzte seinen beruflichen Weg fort und sollte in den folgenden Jahrzehnten noch zu einem der bekanntesten Unterhaltungskünstler aus Ostdeutschland werden.

Aus heutiger Sicht ist gerade dieser Teil seiner Geschichte besonders bemerkenswert. Denn der Mann, der später Millionen Zuschauer mit seiner humorvollen Art unterhalten sollte, hatte in jungen Jahren selbst eine äußerst turbulente Phase erlebt.

Sein Aufenthalt im Westen blieb letztlich nur eine Episode. Seine eigentliche Karriere sollte sich anschließend wieder in der DDR weiterentwickeln.

Und dort wartete auf ihn schon bald eine Aufgabe, die ihn einem noch größeren Publikum bekannt machen sollte.

Mit „Achims Hitparade“ wird er zum TV-Liebling

Image: IMAGO / imago/Müller-Stauffenberg
Image: IMAGO / imago/Müller-Stauffenberg

Achim Mentzel arbeitete sich nach den turbulenten Jahren wieder nach oben. Mit seiner offenen, humorvollen Art entwickelte er sich zu einem beliebten Entertainer und Moderator.

Besonders prägend wurde seine eigene Fernsehsendung „Achims Hitparade“. Mit dem Format erreichte Mentzel zahlreiche Zuschauer und wurde zu einem bekannten Gesicht der ostdeutschen Unterhaltung.

Seine lockere Art machte ihn dabei zu einem Publikumsliebling. Er wirkte nicht wie ein distanzierter Moderator, sondern verstand es, Unterhaltung mit Humor und einer gehörigen Portion Persönlichkeit zu verbinden.

Auch nach der deutschen Wiedervereinigung gelang es Mentzel, sich beim Publikum zu behaupten. Er blieb der Unterhaltung treu und wurde schließlich über die Grenzen Ostdeutschlands hinaus bekannt.

Damit hatte sich seine Karriere ganz anders entwickelt, als es nach seinem gescheiterten Aufenthalt im Westen im Jahr 1972 vielleicht zu erwarten gewesen wäre.

Aus dem Musiker, der einst wegen privater Probleme kurzfristig im Westen blieb, wurde ein erfolgreicher Fernsehunterhalter.

Doch auch wenn seine berufliche Laufbahn noch viele Jahre weiterging, blieb sein Leben nicht frei von Schicksalsschlägen.

Ein ungewöhnliches Leben endet mit 69 Jahren

Image: IMAGO / Panthermedia
Image: IMAGO / Panthermedia

Achim Mentzel starb im Jahr 2016 im Alter von 69 Jahren. Mit seinem Tod verlor die deutsche Unterhaltung einen Künstler, der über Jahrzehnte hinweg vor allem durch seinen Humor und seine unverwechselbare Persönlichkeit in Erinnerung geblieben war.

Für viele Zuschauer blieb er als charismatischer Moderator von „Achims Hitparade“ und als beliebter Unterhaltungskünstler präsent. Doch seine Lebensgeschichte hatte deutlich mehr Facetten, als es seine Fernsehauftritte vermuten ließen.

Besonders die Episode aus dem Jahr 1972 zeigt, wie sehr persönliche Entscheidungen eine Biografie verändern können. Mentzel blieb nach einem Auftritt in West-Berlin zunächst im Westen, fand dort beruflich jedoch nicht die erhofften Möglichkeiten und kehrte schließlich in die DDR zurück.

Politische Motive standen nach seiner eigenen späteren Erklärung nicht dahinter. Stattdessen waren private Probleme der Auslöser für seinen damaligen Schritt.

Nach seiner Rückkehr musste er sich zwar mit einer Bewährungsstrafe auseinandersetzen, doch davon ließ er sich nicht dauerhaft stoppen. In den folgenden Jahren baute er sich eine erfolgreiche Karriere auf und wurde zu einem der bekanntesten Unterhaltungskünstler seiner Generation.

Seine Geschichte erinnert damit auch daran, dass hinter einem bekannten Fernsehgesicht oft ein Leben voller Entscheidungen, Umwege und persönlicher Krisen steckt – und dass eine schwierige Phase nicht zwangsläufig das Ende einer Karriere bedeuten muss.

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