Ein Festival, ein geplanter Auftritt und dann plötzlich der Schock: Für Alphaville sollte es am kommenden Wochenende auf die Bühne gehen – doch kurz vor dem Termin kam alles anders. Die Absage traf die Band um Marian Gold offenbar völlig unerwartet und sorgte sofort für Wirbel.
Kurz vor dem Festival folgt das Aus

Mit Hits wie „Forever Young“, „Big in Japan“ und „Sounds Like a Melody“ schrieb Alphaville in den Achtzigern internationale Musikgeschichte. Bis heute steht die Band regelmäßig vor großen Publikumsmengen auf der Bühne.
Am kommenden Wochenende sollte die Gruppe um Frontmann Marian Gold beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring auftreten.
Doch daraus wird nun überraschend nichts. Der geplante Auftritt wurde kurzfristig abgesagt – und die Begründung der Veranstalter sorgt jetzt für Diskussionen.
Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur geht es dabei um politische Äußerungen. Die Reaktion von Marian Gold ließ nicht lange auf sich warten.
Veranstalter wollen Festival „komplett unpolitisch“ halten
Die Verantwortlichen des Glücksgefühle-Festivals erklärten gegenüber der Deutschen Presse-Agentur:
„Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen. Das Glücksgefühle-Festival ist komplett unpolitisch – und das gilt unabhängig davon, in welche politische Richtung eine Äußerung geht: für rechts, für links oder für jede andere politische Richtung.“
Was genau zu der Entscheidung geführt hat und welche Aussagen konkret beanstandet wurden, blieb zunächst offen.
Für Alphaville kam die Absage offenbar sehr kurzfristig. Die Band hatte sich bereits auf ihren Auftritt am Freitag gefreut.
Erst am Mittwoch soll die endgültige Absage eingegangen sein. Besonders die Begründung sorgte bei Sänger Marian Gold für deutliche Kritik.
Marian Gold reagiert „fassungslos“
Auf dem Instagram-Account von Alphaville äußerte sich der Frontmann persönlich zu der Entscheidung. Marian Gold erklärte, die Begründung habe die Band „fassungslos gemacht“.
Besonders scharf kritisierte der 72-Jährige die Haltung der Veranstalter.
Die Absage gleiche „aus unserer Sicht einem Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen“, erklärte Gold.
Noch deutlicher wurde der Sänger mit Blick auf die Bedeutung von Meinungs- und Kunstfreiheit.
„Dass eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd“, kritisierte der Musiker.
Doch welche Aussagen von Alphaville könnten überhaupt der Auslöser für die Diskussion gewesen sein?
Deutliche Worte gegen rechts sorgten offenbar für Diskussionen

Marian Gold hatte sich zuletzt bei Konzerten mehrfach klar gegen rechtsradikale Tendenzen positioniert.
Besonders im Zusammenhang mit dem Song „Carry Your Flag“ soll der Sänger entsprechende Aussagen auf der Bühne gemacht haben.
Laut Bandmanager Christian Mielke führten diese Ansagen zu Gesprächen mit den Veranstaltern des Glücksgefühle-Festivals.
Die konkrete Ursache für die Ausladung wurde allerdings nicht eindeutig genannt. Klar ist lediglich, dass das Festival politische Äußerungen auf seiner Bühne offenbar grundsätzlich vermeiden möchte.
Für Marian Gold und seine Band ist diese Haltung offenbar nicht akzeptabel. Er bezeichnete die Entscheidung als „feindseliger und vollkommen unnötiger Akt“.
Alphaville will sich nach eigenen Angaben auch weiterhin klar positionieren.
Band will weiter für Demokratie und Toleranz eintreten
Trotz der kurzfristigen Absage will Alphaville an seiner bisherigen Haltung festhalten.
Die Band erklärte, sich weiterhin für Freiheit, Toleranz und Demokratie einsetzen zu wollen.
Auch in der Vergangenheit hatte Alphaville bereits öffentlich politische Positionen vertreten. So äußerte sich die Gruppe unter anderem kritisch gegenüber der Regierung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Auch gegenüber der AfD hatte die Band bereits eine klare Haltung eingenommen.
Zusätzlich untersagte Alphaville politischen Akteuren die Nutzung ihrer Musik für entsprechende Zwecke. Hintergrund war unter anderem, dass der Welthit „Forever Young“ in sozialen Medien in einem politischen Zusammenhang verwendet worden war.
Nun sorgt ausgerechnet die politische Haltung der Band offenbar dafür, dass ein geplanter Festivalauftritt nicht stattfinden wird.
Für Alphaville ist die Absage ein klares Signal
Der Auftritt auf dem Glücksgefühle-Festival fällt für Alphaville damit kurzfristig aus. Für die Band ist die Angelegenheit jedoch offenbar mehr als nur eine abgesagte Show.
Marian Gold sieht in der Begründung der Veranstalter eine Einschränkung der künstlerischen und persönlichen Freiheit.
Während das Festival betont, grundsätzlich keine politische Plattform sein zu wollen – unabhängig von der jeweiligen politischen Richtung –, sieht Alphaville darin eine problematische Grenze für Künstler.
Die Diskussion dürfte deshalb auch nach der Absage weitergehen.
Fest steht: Statt am Wochenende auf dem Hockenheimring vor Festivalbesuchern aufzutreten, sorgt Alphaville nun mit seiner deutlichen Reaktion für Schlagzeilen. Und die Frage, wie unpolitisch ein großes Musikfestival tatsächlich sein kann oder sollte, steht plötzlich im Mittelpunkt der Debatte.

