Ein stiller Abschied überschattet die Film- und Theaterwelt. Eine große Künstlerin, die über Jahrzehnte hinweg auf Bühnen und vor Kameras präsent war, ist gestorben.
Ein Verlust, der weit über einen einzelnen Nachruf hinausgeht

Die österreichische Kulturszene muss Abschied von einer außergewöhnlichen Schauspielerin nehmen.
Über Jahrzehnte hinweg prägte sie Film, Fernsehen und Theater. Sie stand mit bekannten Größen vor der Kamera, wirkte in mehr als 100 Produktionen mit und gab ihr Wissen später auch an junge Schauspieler weiter.
Nun ist die langjährige Darstellerin im Alter von 99 Jahren gestorben.
Wie ihr Agent Klaus Kelterborn dem ORF mitteilte, starb sie in der Nacht von Freitag auf Samstag in einem Wiener Altersheim.
Nach Angaben der österreichischen Zeitung „Der Standard“ verbrachte sie ihre letzten Stunden im Kreis ihrer Familie.
Fast ein Jahrhundert Lebenszeit liegt hinter der Schauspielerin.
Ihre Karriere begann dabei bereits lange vor ihren großen Fernsehrollen.
Schon als Jugendliche hatte sie eine klare Vorstellung davon, wohin ihr Weg führen sollte.
Schon als Jugendliche zog es sie auf die Bühne
Sie kam in eine Familie, in der Kunst bereits eine wichtige Rolle spielte.
Ihr Vater arbeitete als Lehrer und war gleichzeitig als Maler tätig.
Auch ihre Mutter hatte eine außergewöhnliche musikalische Begabung. Sie hätte nach den vorliegenden Angaben eine erfolgreiche Karriere als Konzertpianistin einschlagen können.
Doch sie entschied sich dafür, sich um die Familie zu kümmern.
Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs zog die junge Erna Goldmann nach Wien.
Dort entdeckte sie bereits als Teenager ihre Leidenschaft für die Schauspielerei und besuchte eine Schauspielschule.
Nach ihrer Ausbildung folgten erste Engagements auf Bühnen in Österreich und Deutschland.
Doch schon bald sollte sich für die junge Künstlerin eine weitere Tür öffnen.
Ende der 1940er-Jahre stand sie erstmals vor einer Filmkamera.
Damit begann eine Karriere, die sich über viele Jahrzehnte erstrecken sollte.
Mehr als 100 Produktionen und berühmte Kollegen
Nach ihrem ersten Auftritt vor der Kamera folgten zahlreiche weitere Rollen.
Im Laufe der Jahrzehnte wirkte die Schauspielerin in mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Auch dem deutschen Fernsehpublikum wurde sie durch verschiedene bekannte Serien vertraut.
Unter anderem war sie in mehreren Folgen der Krimireihe „Tatort“ zu sehen.
Daneben gehörten „Kommissar Rex“ und „Der Alte“ zu den Produktionen, in denen sie mitwirkte.
Ihre Karriere beschränkte sich jedoch nicht auf Fernsehserien.
Sie arbeitete mit bekannten Namen der deutschsprachigen und internationalen Filmwelt zusammen.
Dazu zählten unter anderem Romy Schneider und der Regisseur Rainer Werner Fassbinder.
Parallel zu ihrer Tätigkeit als Schauspielerin gab sie ihr Wissen an die nächste Generation weiter.
Elf Jahre lang war sie als ordentliche Hochschulprofessorin an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst tätig.
2017 verabschiedete sie sich schließlich von der Bühne.
Doch ihr Name sollte auch danach eng mit der österreichischen Kulturlandschaft verbunden bleiben.
Wer war die Frau, die fast ein Jahrhundert alt wurde und deren Karriere Generationen von Zuschauern begleitete?
Nun steht fest, um wen die Trauer gilt

Bei der verstorbenen Schauspielerin handelt es sich um Erni Mangold.
Sie wurde im Januar 1927 als Erna Goldmann in Niederösterreich geboren und entwickelte sich zu einer der prägenden Darstellerinnen Österreichs.
Ihre Laufbahn begann bereits in jungen Jahren.
Nach ihrer Schauspielausbildung in Wien stand sie zunächst auf Bühnen in Österreich und Deutschland.
Ende der 1940er-Jahre folgte ihr Debüt vor der Kamera.
Danach arbeitete sie über Jahrzehnte hinweg für Film und Fernsehen.
Mehr als 100 Produktionen umfasst ihr berufliches Schaffen.
Zu ihren bekannten Stationen gehörten unter anderem „Tatort“, „Kommissar Rex“ und „Der Alte“.
Auch mit Größen wie Romy Schneider und Rainer Werner Fassbinder arbeitete Mangold zusammen.
Neben ihrer Schauspielkarriere machte sie sich zudem als Hochschullehrerin einen Namen.
Eine Straße trägt bis heute ihren Namen
Auch privat blieb sie ihrer österreichischen Heimat eng verbunden.
Viele Jahre lebte sie in einem Haus in St. Leonhard am Hornerwald in Niederösterreich.
Das Grundstück lag am Ende einer Sackgasse.
Zu ihrem 80. Geburtstag erhielt diese Straße einen besonderen Namen: Sie wurde in „Prof.-Erni-Mangold-Weg“ umbenannt.
Für Mangold war diese Geste eine besondere Auszeichnung.
In ihrer Autobiografie „Lassen Sie mich in Ruhe“ beschrieb sie die Umbenennung als ein außergewöhnliches Geschenk.
Sie schrieb:
„Einen eigenen Straßennamen kriegt man ja für gewöhnlich nur posthum.“
Für die Schauspielerin war diese Ehrung offenbar etwas ganz Besonderes.
Auch viele Jahre später wurde ihr Lebenswerk noch einmal offiziell gewürdigt.
Im Jahr 2022 erhielt Erni Mangold die Platin-Romy für ihr Lebenswerk.
Damit wurde ihre jahrzehntelange Arbeit in Film, Fernsehen und Theater nochmals besonders hervorgehoben.
Ein außergewöhnliches Leben geht zu Ende
Erni Mangold war bis ins hohe Alter mit der Schauspielkunst verbunden.
Erst 2017 verabschiedete sie sich endgültig von der Bühne.
Bis dahin hatte sie nicht nur selbst gespielt, sondern auch über viele Jahre ihr Wissen als Hochschulprofessorin weitergegeben.
Privat war Mangold von 1958 bis 1978 mit dem Schauspieler Heinz Reincke verheiratet.
Kinder hatte das Paar nicht.
Nun ist Erni Mangold im Alter von 99 Jahren gestorben.
Ihre letzten Stunden verbrachte sie im Kreis ihrer Familie.
Mit ihr verliert Österreich eine Schauspielerin, deren Karriere nahezu die gesamte zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts und noch Teile des 21. Jahrhunderts umspannte.
Von den ersten Bühnenauftritten als junge Frau über mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen bis hin zur Arbeit als Professorin hinterlässt sie ein vielseitiges Vermächtnis.
Fast acht Jahrzehnte lang gehörte die Schauspielerei zu ihrem Leben – nun bleibt vor allem die Erinnerung an eine außergewöhnliche österreichische Künstlerpersönlichkeit.

