Ein düsterer Bericht sorgt derzeit für Bestürzung. Ein bekannter Musiker aus Deutschland soll tot sein.
Schüsse in einer ruhigen Küstenregion

Ein tödlicher Angriff erschüttert derzeit Jamaika. In einer normalerweise eher ruhigen Gegend im Norden der Insel kam es am Mittwoch zu einer folgenschweren Attacke.
Gegen 16.40 Uhr Ortszeit sollen bewaffnete Männer mit einem Auto vor einer Bar vorgefahren sein. Anschließend eröffneten sie in dem Lokal das Feuer.
Drei Menschen kamen dabei ums Leben.
Unter den Opfern soll sich auch ein Mann befinden, der deutschen Musikfans noch aus einer bekannten Band in Erinnerung sein dürfte.
Drei Menschen verlieren ihr Leben
Wie die jamaikanische Zeitung „Gleaner“ berichtet, ereignete sich die Tat in Robins Bay.
Die Angreifer sollen gezielt in die Bar geschossen haben und anschließend geflüchtet sein.
Eines der Todesopfer wird in dem Bericht als 60-jähriger Mann namens Marlon James genannt.
Auch zwei weitere Männer sollen bei dem Angriff getötet worden sein. Sie waren dem Bericht zufolge 22 und 42 Jahre alt.
Bei einem der beiden jüngeren Opfer soll es sich um einen Mann handeln, der vor dem Gebäude erschossen wurde.
Warum die Täter das Feuer eröffneten, ist bislang nicht bekannt.
Polizei ermittelt nach tödlichem Angriff

Nach dem Angriff übernahm die Major Investigation Division der jamaikanischen Polizei die Ermittlungen.
Die Täter konnten zunächst entkommen. Auch zum möglichen Hintergrund der Tat liegen derzeit keine näheren Angaben vor.
Besonders brisant ist jedoch der Name eines der Todesopfer.
Denn bei dem 60-jährigen Marlon James könnte es sich um einen Mann handeln, der einst in Deutschland auf großen Bühnen stand und Teil eines bekannten Musikerkollektivs war.
Ein Journalist stellte bereits einen Zusammenhang zu einem früheren Mitglied einer deutschen Erfolgsband her.
Eine endgültige Bestätigung durch die Familie liegt allerdings noch nicht vor.
Marlon B. James offenbar unter den Todesopfern

Bei dem Mann handelt es sich laut Tobias Huch um Marlon B. James, den früheren Rapper der Söhne Mannheims.
James lebte nach seinem Ausstieg aus der Gruppe in Jamaika. 2017 verließ er die Söhne Mannheims und wanderte auf die Karibikinsel aus.
Ein Sprecher der Söhne Mannheims bestätigte gegenüber t-online, von der Todesmeldung beim jamaikanischen Radiosender IRIE FM gehört zu haben.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine Bestätigung von James‘ Familie vorliege.
Laut „Gleaner“ soll James die Bar betrieben haben, in der die tödlichen Schüsse fielen.
Er prägte die Söhne Mannheims über Jahre

Für deutsche Musikfans war Marlon B. James vor allem durch seine Zeit bei den Söhnen Mannheims bekannt.
Spätestens ab 2009 gehörte der Jamaikaner fest zum Mannheimer Musikkollektiv. Auf dem Album „Iz On“ wurde er unter seinem vollständigen Namen geführt.
Mit seinen Reggae- und Patois-Einflüssen brachte er einen besonderen musikalischen Stil in die Gruppe ein.
Auch als Songwriter war James aktiv. Unter anderem war er an dem Stück „Gesucht & Gefunden“ aus dem Jahr 2012 beteiligt.
Nach den Veränderungen innerhalb der Band spielte er ebenfalls eine Rolle beim Neustart der Gruppe.
Seine Musik bleibt mit der Band verbunden

Als Xavier Naidoo 2017 und Michael Herberger 2018 die Söhne Mannheims verließen, half Marlon B. James dabei, die Gruppe neu aufzustellen.
Danach zog er sich allerdings zunehmend aus dem aktiven Bandgeschehen zurück und konzentrierte sich auf sein Leben in Jamaika.
Bei Konzerten stand er dennoch gemeinsam mit den Söhnen Mannheims auf der Bühne und war an einigen der bekanntesten Stücke der Gruppe beteiligt.
Dazu gehörten unter anderem „Geh davon aus“, „Vielleicht“, „Und wenn ein Lied“ und „Das hat die Welt noch nicht gesehen“.
Sollte sich die Todesmeldung bestätigen, würde die deutsche Musikszene damit einen Künstler verlieren, der den Sound der Söhne Mannheims über Jahre mitgeprägt hat.
Noch steht eine offizielle Bestätigung durch die Familie aus. Die jamaikanischen Behörden ermitteln derweil weiter zu dem tödlichen Angriff in Robins Bay.

