Ausgerechnet zum Jahresende trifft das ZDF eine Entscheidung, die viele Show-Fans überraschen dürfte.
Das plötzliche Aus zum Jahreswechsel

Silvester 2026/2027 könnte im ZDF deutlich anders aussehen als gewohnt. Zwei bekannte Gesichter, die für viele Zuschauer fest zum Jahreswechsel gehörten, sollen in diesem Jahr nicht mehr in ihrer bisherigen Show gemeinsam auf Sendung gehen.
Andrea Kiewel (61) und Johannes B. Kerner (61) waren über Jahre ein eingespieltes Duo für den großen Silvesterabend des Senders. Doch nach BILD-Informationen soll das ZDF die traditionelle Silvester-Gala in ihrer bisherigen Form nun streichen.
Damit würde eine langjährige Fernsehtradition zumindest vorerst enden.
Die ZDF-Silvestershow wurde erstmals am 31. Dezember 2010 ausgestrahlt und anschließend jedes Jahr gesendet. Nun kommt erstmals der große Schnitt.
Doch warum verabschiedet sich der Sender ausgerechnet jetzt von seinem bisherigen Konzept?
Hinter den Kulissen soll vor allem ein Quotenkampf eine entscheidende Rolle spielen. Denn während das ZDF mit Kerner und Kiewel zuletzt deutlich weniger Zuschauer erreichte, konnte ein anderes öffentlich-rechtliches Silvesterformat enorme Reichweiten erzielen.
Der Name, der dabei immer wieder fällt: Florian Silbereisen.
Die Konkurrenz durch die ARD soll für das ZDF zuletzt zunehmend schwer zu schlagen gewesen sein.
Gegen diesen Erfolg kommt das ZDF kaum an

Der Jahreswechsel ist für die großen Fernsehsender traditionell ein wichtiger Abend. Millionen Menschen sitzen zu Hause vor dem Fernseher und verfolgen Shows, Musik und den Countdown bis Mitternacht.
In den vergangenen Jahren entwickelte sich dabei allerdings ein deutlicher Quoten-Unterschied.
Die ARD setzte auf Silvestershows mit Florian Silbereisen – und konnte damit große Erfolge feiern. Von 2025 auf 2026 schalteten knapp fünf Millionen Zuschauer ein.
Damit lag die ARD-Sendung deutlich vor dem ZDF-Format von Johannes B. Kerner und Andrea Kiewel.
Bei der ZDF-Silvestershow waren zuletzt 2,47 Millionen Zuschauer dabei.
Auch die Entwicklung über mehrere Jahre soll dem Sender zu denken gegeben haben. „Willkommen 2024“ kam am Silvesterabend 2023 noch auf 3,11 Millionen Zuschauer. Ein Jahr später waren es 2,60 Millionen. Bei der Ausgabe zum Jahreswechsel 2025/2026 sank die Reichweite schließlich auf 2,47 Millionen.
Aus Senderkreisen heißt es laut BILD, man habe gegen den anhaltenden „Silbereisen-Hype“ schlichtweg keine Chance.
Für das ZDF stellte sich damit offenbar die Frage, ob es sinnvoll ist, weiterhin zwei große Shows parallel laufen zu lassen und dabei um dieselben Zuschauer zu kämpfen.
Der Sender hat inzwischen auch offiziell bestätigt, dass es in diesem Jahr keine klassische Silvestershow wie bisher geben wird.
Ganz verzichten müssen die Zuschauer allerdings nicht auf Kerner und Kiewel.
Kerner und Kiewel bleiben trotzdem zusammen

Auch wenn die bisherige Silvester-Gala gestrichen wird, müssen Fans von Johannes B. Kerner und Andrea Kiewel nicht vollständig auf die beiden verzichten.
Eine ZDF-Sprecherin bestätigte gegenüber BILD:
„Das ZDF sendet in diesem Jahr am Silvesterabend ein Special des ‚Quiz-Champion’, moderiert von Johannes B. Kerner. Andrea Kiewel ist Teil des Expertenteams. Damit werden die beiden auch in diesem Jahr ihren Silvesterabend im ZDF gemeinsam verbringen. Die Zuschauer können sich auf einen unterhaltenden und glanzvollen Jahresausklang mit vielen prominenten Gästen freuen.“
Damit ändert sich vor allem das Konzept. Statt einer großen klassischen Silvestergala soll ein Special der beliebten Quizshow den Abend bestreiten.
Kerner bleibt dabei der Moderator, während Kiewel als Mitglied des Expertenteams beteiligt ist.
Der „Quiz-Champion“ läuft bereits seit 2012 und konnte in den vergangenen Jahren rund drei Millionen Zuschauer erreichen. Für das ZDF dürfte das Format deshalb eine interessante Alternative für den Jahreswechsel sein.
Allerdings gibt es noch einen weiteren entscheidenden Unterschied zur bisherigen Silvesterparty: Die Sendung wird nicht live ausgestrahlt.
Nach BILD-Informationen soll das Special bereits im Dezember in Berlin aufgezeichnet werden.
Geplant sind demnach Aufzeichnungen am 18. und 19. Dezember, also am Wochenende vor Weihnachten.
Für das ZDF bedeutet das einen deutlichen Wandel. Denn die bisherige Silvestersendung lebte unter anderem von der großen Live-Atmosphäre und dem unmittelbaren Countdown zum Jahreswechsel.
Doch die klassische Live-Sause hatte zuletzt ohnehin mit Problemen zu kämpfen.
Schon Berlin machte dem ZDF einen Strich durch die Rechnung

Die Schwierigkeiten rund um die große ZDF-Silvestershow begannen nicht erst mit den jüngsten Quoten.
Bereits im Herbst 2025 erhielt das bisherige Konzept einen empfindlichen Dämpfer. Die Stadt Berlin wollte die Veranstaltung finanziell nicht länger wie bisher unterstützen.
Über Jahre war die große Silvestersause am Brandenburger Tor von der Stadt erheblich bezuschusst worden. Bis zu 60.000 Menschen konnten die Veranstaltung vor Ort verfolgen, während die Show gleichzeitig live im Fernsehen übertragen wurde.
Doch damit sollte Schluss sein.
Der regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) setzte bei der Finanzierung den Rotstift an und erklärte:
„Es ist meiner Meinung nach nicht Aufgabe der Steuerzahler, solche Veranstaltungen mitzufinanzieren.“
Für das ZDF bedeutete diese Entscheidung, dass die bisherige Kulisse und das bekannte Konzept nicht einfach fortgeführt werden konnten.
Kerner und Kiewel zogen daraufhin weiter. Für den Jahreswechsel 2025/2026 wurde die Sendung nicht mehr vom Brandenburger Tor ausgestrahlt.
Stattdessen ging es an einen anderen bekannten Ort.
Die Silvesterparty wanderte von Berlin nach Hamburg.
Doch auch die neue Kulisse am Hamburger Hafen brachte nicht den erhofften Erfolg. Die Reaktionen auf die Sendung fielen teilweise kritisch aus.
Am Neujahrsmorgen wurde vor allem in den sozialen Netzwerken über die Show diskutiert – und dabei gab es nicht nur Lob.
Technische Panne sorgt für Spott

Die Ausgabe zum Jahreswechsel 2025/2026 wurde aus dem Hamburger Hafen gesendet. Die neue Kulisse sollte offenbar frischen Wind in das Konzept bringen.
Doch beim Publikum kam die Sendung nicht ausschließlich gut an.
In den sozialen Netzwerken wurde am Neujahrsmorgen teilweise heftig über die Silvestersause diskutiert. Besonders eine technische Panne während des Auftritts von Sängerin Kerstin Ott (44) sorgte für Aufmerksamkeit.
Allerdings konnte Johannes B. Kerner in diesem Moment offenbar souverän reagieren und improvisieren.
Auch die Zahl der Zuschauer vor Ort wurde kritisch kommentiert. Die Zuschauerränge wirkten teilweise eher spärlich besetzt, was ebenfalls für Diskussionen sorgte.
Die Quoten konnten die Erwartungen offenbar ebenfalls nicht erfüllen.
Zum Jahreswechsel 2025/2026 erreichte die ZDF-Show 2,47 Millionen Zuschauer. Im Jahr davor waren es noch 2,60 Millionen gewesen.
Noch stärker war der Rückgang im Vergleich zum Silvesterabend 2023. Damals erreichte „Willkommen 2024“ noch 3,11 Millionen Zuschauer.
Gleichzeitig feierte die ARD mit ihren Silbereisen-Shows deutlich größere Erfolge.
Für das ZDF wurde damit immer offensichtlicher, dass das bisherige Konzept nicht nur hohe Kosten verursachte, sondern gleichzeitig gegen eine starke Konkurrenz um die Zuschauer kämpfen musste.
Nun hat der Sender reagiert.
Doch möglicherweise bedeutet die aktuelle Entscheidung nicht zwangsläufig das endgültige Aus für eine große gemeinsame Silvestershow der Öffentlich-Rechtlichen.
Gibt es künftig ein Wechselmodell?

Die klassische ZDF-Silvestershow mit Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner ist für den Jahreswechsel 2026/2027 Geschichte. Doch hinter den Kulissen könnte bereits über eine neue Lösung für die kommenden Jahre nachgedacht werden.
Nach BILD-Informationen steht ein sogenanntes „Wechselmodell“ im Raum.
Die Idee dahinter: Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender könnten sich künftig bei den großen Live-Silvestershows abwechseln. Statt jedes Jahr gleichzeitig mit eigenen großen Veranstaltungen um dieselben Zuschauer zu kämpfen, würde jeweils nur ein Sender die große Silvestershow ausrichten.
Das könnte gleich mehrere Vorteile haben.
Zum einen ließen sich Kosten einsparen. Zum anderen würden sich ARD und ZDF nicht mehr gegenseitig die Zuschauer wegnehmen.
Nach BILD-Informationen laufen dazu bereits Gespräche hinter den Kulissen. Es müsse noch geklärt werden, wie eine solche Aufteilung fair und sinnvoll funktionieren könnte.
Für den Jahreswechsel 2026/2027 ist die Richtung dagegen bereits klar: Das ZDF setzt auf ein „Quiz-Champion“-Special mit Johannes B. Kerner. Andrea Kiewel wird als Teil des Expertenteams dabei sein.
Die Sendung soll nicht live, sondern bereits am 18. und 19. Dezember in Berlin aufgezeichnet werden.
Damit endet zumindest vorerst eine Tradition, die seit 2010 bestand. Die große Silvestergala des ZDF wird in ihrer bisherigen Form nicht mehr stattfinden.
Ob daraus ein dauerhafter Abschied wird oder lediglich eine Pause vor einem neuen Konzept, bleibt abzuwarten.
Denn wenn das mögliche Wechselmodell tatsächlich umgesetzt wird, könnten Kerner und Kiewel irgendwann wieder bei einer großen Silvestershow vor einem Millionenpublikum stehen – nur möglicherweise nicht jedes Jahr.

