Ein Traumurlaub sollte Erholung bringen – doch für Wencke Myhre endete die Reise nach Kuba schon nach nur zwei Tagen. Statt Sonne, Auszeit und Leichtigkeit stand plötzlich die überstürzte Abreise im Mittelpunkt.
Die Flucht aus dem Ferienparadies

Eigentlich sollte es ein besonderer Urlaub werden. Doch für Wencke Myhre endete ihre Reise nach Kuba deutlich früher als geplant. Nach gerade einmal zwei Tagen entschied sich die Sängerin, ihre Koffer zu packen und wieder nach Norwegen zurückzufliegen.
Was genau hinter dem überraschenden Abbruch steckt, verriet die 79-Jährige dem norwegischen Magazin „Her og Nå“.
Dabei hatte die Reise zunächst vielversprechend begonnen. Menschen aus ihrem Umfeld hatten ihr Kuba offenbar immer wieder ans Herz gelegt.
Doch vor Ort lief dann einiges anders als erwartet – und schon die Unterkunft sorgte für eine unangenehme Überraschung.
Vom Fünf-Sterne-Urlaub war wenig zu sehen

„Alle sagten: ‚Du musst nach Kuba reisen’“, erinnert sich Wencke Myhre an die Empfehlungen.
Doch die Realität vor Ort entsprach offenbar nicht ihren Erwartungen. Die Unterkunft sollte eigentlich ein Fünf-Sterne-Hotel sein. Wencke Myhre sah das allerdings anders.
„Es sollte ein Fünf-Sterne-Hotel sein, aber das war es nicht. Es hingen unter anderem Kabel aus der Wand.“
Als wäre das nicht schon genug gewesen, kam auch noch eine weitere Panne hinzu. Das Gepäck der Sängerin ging verloren.
„Zusätzlich verloren wir den Koffer.“
Doch damit waren die Probleme offenbar noch nicht vorbei.
Keine Kleidung und kein anderes Hotel

Passende Kleidung vor Ort zu kaufen, erwies sich offenbar als schwierig. Gleichzeitig gab es auch keine freien Zimmer in anderen Hotels, in die Wencke Myhre hätte wechseln können.
Schließlich zog die Sängerin Konsequenzen. Sie und ihre Begleitung entschieden sich, den Urlaub nicht weiter fortzusetzen.
„Es gab keine anderen freien Hotels, also checkten wir nach zwei Tagen aus und fuhren wieder nach Hause nach Norwegen.“
Einen Punkt möchte die Sängerin den Menschen vor Ort allerdings ausdrücklich nicht vorwerfen: das Wetter.
„Zudem war es eiskalt, aber dafür konnten die Kubaner ja nichts.“
Trotz der vielen Pannen blickt Wencke Myhre heute erstaunlich gelassen auf die abgebrochene Reise zurück.
Wencke Myhre macht aus Pannen ein Erlebnis
Über den missglückten Urlaub will sich die Sängerin nicht lange ärgern. Stattdessen versucht sie, auch in unangenehmen Situationen etwas Positives zu entdecken.
„Ich hatte keine Ferien, die schiefgegangen sind“, sagt Wencke Myhre. Ihre persönliche Devise lautet offenbar: Lieber lachen, als sich über Dinge aufzuregen, die sich nicht mehr ändern lassen.
„Dann lachen wir lieber darüber. Geht etwas schief, wird es zu Humor. Wir finden das Lustige daran. Dann wird es zu einem Erlebnis!“
Den Sommer verbringt die Sängerin ohnehin am liebsten in ihrer Heimat auf der Insel Nesøya im Oslofjord. Dort stehen Gartenarbeit und das Lernen neuer Texte auf dem Programm – bei gutem Wetter auch gerne im Bikini.
Mitte Juli machte sie allerdings einen kurzen Abstecher nach Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem schwedischen Komponisten Anders Eljas, stand sie bei einer Show in Stuttgart auf der Bühne.
Ihre ungewöhnliche Sommertradition
Eine besondere Gewohnheit begleitet Wencke Myhre bereits seit ihrer Kindheit. Sie verbindet den Sommer bis heute mit einem ganz bestimmten Geruch.
„Ich habe schon immer an Kühen gerochen. Der Geruch gab mir ein unglaubliches Sommergefühl“, verrät die Sängerin.
Wenn sie gemeinsam mit ihrem Partner über Land unterwegs ist und eine Kuh entdeckt, kann es deshalb schon einmal zu einem spontanen Zwischenstopp kommen.
„Halt an, da ist eine Kuh!“
Dann steigt Wencke Myhre offenbar kurzerhand aus dem Auto. Die Tiere erschrecken dabei gelegentlich – für die Sängerin gehört diese kleine Tradition jedoch einfach zum Sommer dazu.
Ihre gelassene Haltung bewahrt sie allerdings nicht nur bei Reisepannen oder ungewöhnlichen Gewohnheiten. Auch mit schweren Schicksalsschlägen versucht sie auf ihre eigene Weise umzugehen.
Auch in schweren Zeiten bleibt sie gelassen
Im Oktober verlor Wencke Myhre ihren Bruder Reidar. Der Jazzmusiker starb nach einer Krebserkrankung. Die beiden standen sich sehr nahe.
„Sein Verlust war sehr traurig für mich, wir standen uns nah“, sagte die Sängerin der „Freizeit Revue“.
Trost spenden ihr bis heute die letzten Worte ihres Bruders. „Er sagte: ‚Ich hatte so ein tolles Leben, Wencke. Es ist alles gut.’“ Und weiter: „Ich bin müde, habe so viel erlebt. Es ist okay, wenn ich jetzt weiterziehe.“
Auch vor ihrem eigenen Tod hat Wencke Myhre nach eigenen Angaben keine Angst. Die Sängerin selbst erkrankte im Jahr 2010 an Brustkrebs und konnte die Krankheit besiegen.
Ob eine missglückte Reise oder ein schwerer Verlust: Wencke Myhre versucht offenbar, dem Leben mit einer besonderen Mischung aus Gelassenheit und Humor zu begegnen. Und so bleibt von ihrem Kuba-Urlaub trotz aller Pannen am Ende vor allem eines – eine Geschichte, über die sie heute lieber lacht.

