Die „Bergretter“-Darstellerin Luise Bähr hat nicht nur in luftigen Höhen, sondern auch im Familienalltag ein Händchen für außergewöhnliche Lösungen. Die Schauspielerin pendelt permanent zwischen Berlin und der Steiermark – und nimmt ihre achtjährige Tochter kurzerhand mit auf diese Reise.
Karriere zwischen Großstadt und Gipfeln

Der Drehplan der ZDF-Actionserie „Die Bergretter“ führt Luise Bähr monatelang nach Ramsau am Dachstein. Während Kolleginnen abends heimkehren, saß sie lange Zeit im Flieger oder im Zug zurück nach Berlin – ein Kraftakt, der irgendwann jede Freizeit fraß.
Statt sich weiter aufzureiben, wagte die 46-Jährige einen radikalen Schritt: Sie verlegte ihren Lebensmittelpunkt zeitweilig in die österreichischen Berge. So entstand ein Leben auf zwei Bühnen – eins im pulsierenden Prenzlauer Berg, eins am Fuß des Dachsteins.
Weiter geht’s damit, warum ihre Tochter dabei die Hauptrolle spielt …
Das außergewöhnliche Pendel-Modell

Damit Mutter und Tochter möglichst viel Zeit miteinander verbringen, steckt Bähr die Schulmappe einfach in den Koffer: Das Mädchen besucht Unterricht in Berlin und in einer kleinen Volksschule in Ramsau. Der Stundenplan wird mittels digitaler Plattformen synchronisiert; Hausaufgaben erledigt die Kleine notfalls im Wohnmobil neben dem Set.
Die Schauspielerin bezeichnet das Arrangement als „Wechselmodell 2.0“ – ein Spagat, der nur funktioniere, weil das Kind neugierig und offen sei. Statt Heimatverlust erlebe ihre Tochter ein doppeltes Zuhause samt zwei freundeskreisen.
Wie geht die Achtjährige emotional mit diesem Dauer-Tapetenwechsel um? …
Eine Tochter, zwei Klassenzimmer

„Sie ist eine wache Gewiefte“, schwärmt Bähr. Neue Lehrer, Dialekte oder Unterrichtsfächer? Für die Mini-Globetrotterin reine Abenteuer. In Berlin lernt sie Englisch, in Österreich kommt Dialektkunde und Skisport dazu – ein Stundenplan, der Schule plötzlich aufregend macht.
Vor Nervosität am ersten Tag schützen kleine Rituale: ein identischer Turnbeutel für beide Schulstandorte, Videogrüße an die jeweils andere Klasse. So wächst Verbundenheit statt Fremdheit.
Doch wie klappt das rechtlich – Schulpflicht in zwei Ländern? …
Grenzenlose Schulbürokratie?

Tatsächlich musste Bähr in Berlin eine Freistellung beantragen und in Österreich einen Gastschüler-Status erwirken. Beide Schulleiter fanden die Idee so spannend, dass sie flexibel mithalfen. Lücken im Lehrplan werden per Video-Call geschlossen, Klassenarbeiten schreibt das Mädchen dort, wo gerade Mathe geübt wurde.
Herausfordernd bleibt der Papierkrieg: Zeugnisse werden doppelt beglaubigt, Versicherungen greifen länderübergreifend. Trotz des Stapels Formulare schwört Bähr, der Aufwand lohne sich – für ein Familienleben ohne ständige Trennung.
Was sagt dieses Modell über die Erziehungsphilosophie der TV-Ärztin aus? …
Mut zur Freiheit – Bährs Erziehungsphilosophie

„Ich bin keine Helikopter-Mama, auch wenn bei den ‚Bergrettern‘ ständig ein Hubschrauber landet“, scherzt die Schauspielerin. Sie lässt ihre Tochter auf Bäume klettern und in Bergbächen plantschen – Hauptsache, das Kind entdecke seine eigenen Stärken.
Die doppelte Schule passt perfekt zu dieser Haltung: Lernen soll neugierig machen, nicht fesseln. Indem sie Grenzen wortwörtlich überqueren, zeigt Bähr ihrer Tochter, dass Bildung überall stattfinden kann – und dass Familie nicht eine Adresse, sondern Zusammenhalt ist.
Und genau darin liegt das Geheimnis, warum ein Mädchen in zwei Ländern zur Schule geht: Es ist der spektakulärste Beweis, dass Freiheit und Nähe gleichzeitig möglich sind.

