Carolin Kebekus lässt in der jüngsten Ausgabe ihrer „Carolin Kebekus Show“ die Funken fliegen – im wahrsten Sinn des Wortes.
Ein Jahresstart mit Zeitmaschine

Während viele Menschen den Jahresbeginn nutzen, um zurückzublicken oder neue Vorsätze zu fassen, geht Carolin Kebekus noch einen Schritt weiter. In der aktuellen Ausgabe der Carolin Kebekus Show schickt sie sich selbst auf eine wilde Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ausgestattet mit einer Zeitmaschine – angeblich von ihrem Kind gebastelt – nimmt sie das Publikum mit auf einen satirischen Rundgang durch verschiedene Epochen. Doch schnell wird klar: Die Zukunft hält für die Comedienne alles andere als angenehme Überraschungen bereit.
Die eigene Zukunft als Albtraum

Als „sanften Einstieg“ wählt Kebekus den Herbst 2026. Dort trifft sie auf ein KI-Double, das ihr nüchtern erklärt, ihre Show sei bereits Anfang des Jahres abgesetzt worden. Stattdessen laufe nun die „KI Kebekus Show“. Der Seitenhieb auf Automatisierung und Medienwandel sitzt. Von dort geht es zurück ins Jahr 1956, wo sie über die neu eingeführte Wehrpflicht berichtet – und gleichzeitig augenzwinkernd vor einer Erderwärmung warnt, die Forschende für die kommenden Jahrzehnte prognostizieren. Die Parallelen zu heutigen Debatten sind offensichtlich – und bewusst gesetzt.
Geschichte wiederholt sich

Düster wird es, als Kebekus im Jahr 1626 landet – als „Hexe“ auf dem Scheiterhaufen. Die Flucht in die Zukunft scheint die logische Konsequenz. Doch im Jahr 2033 wartet dasselbe Bild: Wieder steht sie vor einer tobenden Menge, diesmal beschimpft als „linksgrün Versiffte“. Die Szene wird von Smartphones gefilmt, Hass und Hetze wirken erschreckend modern. Ihr bitteres Fazit: „Das mit der Brandmauer hat dann wohl nicht so gut geklappt, oder?“ Ein Satz, der lange nachhallt.
Schönheitswahn und Einsamkeit

Nach einem Abstecher ins späte Rokoko, wo sie sich über rigide Schönheitsideale für Frauen empört und auf Fortschritt hofft, geht es noch weiter nach vorn. Im Jahr 3026 findet sich Kebekus in einer dystopischen Welt wieder – als letzter Mensch auf der Erde. Einsamkeit statt Fortschritt, Stille statt Zivilisation. Die Überzeichnung wirkt drastisch, doch genau darin liegt die satirische Kraft des Moments.
Ein moderner Jesus

Zum Abschluss der Zeitreise wird es absurd und pointiert zugleich. Kebekus reist ins Jahr 33 und trifft auf Jesus Christus – gespielt von Helge Mark. Dieser präsentiert sich als progressiver Sohn Gottes: in einer Beziehung mit einem Mann, klar feministisch positioniert und entspannt in Fragen wie Verhütung, Scheidung oder Abtreibung. „Wir sind doch alle Menschen“, lautet sein Credo. Ein bewusst provokanter, aber humorvoller Bruch mit traditionellen Rollenbildern.
Hoffnung trotz allem

Am Ende kehrt Carolin Kebekus ins Hier und Jetzt zurück – und zieht Bilanz. „So schlecht ist die Gegenwart nicht“, stellt sie fest, merkt aber zugleich an, dass sich manche Dinge offenbar hartnäckig wiederholen. Fast wirke es, als laufe Geschichte in Schleifen. Ihre Erkenntnisse verarbeitet sie musikalisch, bevor sie die Show mit einem hoffnungsvollen Schlussakkord beendet: „Manche Sachen ändern sich nie, aber wir werden es trotzdem weiter versuchen.“ Eine Zeitreise voller Spott, Warnung – und überraschend viel Zuversicht.

