Gil Ofarim hat seinen Triumph im Dschungelcamp kaum verdaut, da gerät er ins Schwitzen.
Ein Sieg, der das Land spaltet

Noch nie wurde ein Gewinner von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! so kontrovers diskutiert wie Gil Ofarim. Vor einer Woche holte er sich die Dschungelkrone – und das trotz eines Skandals, der ihn seit Jahren begleitet.
2021 hatte er einen Leipziger Hotelmitarbeiter öffentlich beschuldigt, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Später stellte sich heraus: Die Vorwürfe waren falsch. Im Gerichtsprozess 2023 räumte Ofarim ein, gelogen zu haben.
Im Dschungelcamp selbst blieb eine ausführliche Entschuldigung aus. Dennoch voteten die Zuschauer ihn zum Sieger. Ein Triumph, der für viele unverständlich bleibt – und die Debatte neu entfacht.
Zweites RTL-Interview – viele Fragen bleiben offen

Nach seiner Rückkehr aus Australien stellte sich Ofarim erneut den Fragen von Frauke Ludowig – diesmal bei Exclusiv – Weekend.
Inhaltlich brachte das Gespräch jedoch wenig neue Erkenntnisse. Über Markus W., den Hotelmitarbeiter, verlor Ofarim kaum Worte. Stattdessen betonte er, künftig vor allem ein guter Vater sein zu wollen und bald wieder musikalisch durchzustarten.
Dabei steht weiterhin die im Prozess festgelegte Zahlung im Raum: 20.000 Euro Schadensersatz. Auf Ludowigs direkte Frage „Die 20.000 Euro, wirst du die bezahlen?“ antwortete er knapp: „Ja, die Frist endet zum 31. Dezember 2026.“
„Ich hätte es überwiesen“

Die Moderatorin ließ nicht locker und wollte wissen, ob er die Summe auch ohne den Dschungelsieg hätte begleichen können.
Ofarim erklärte: „Ich hätte es überwiesen, ich hätte mich darum gekümmert. So wie ich alle anderen Rechnungen zuvor auch auf irgendeine Art und Weise bezahlt habe.“
Konkrete Details nannte er nicht. Stattdessen blieb er vage, verwies auf seine Verantwortung und darauf, seinen Verpflichtungen stets nachzukommen.
Doch gerade diese Zurückhaltung sorgt bei Kritikern für neue Fragen: Wie steht es wirklich um seine finanzielle Lage? Und welchen Anteil hatte das Preisgeld an seiner aktuellen Situation?
Gereizte Reaktion im Studio

Als Ludowig genau das wissen wollte, reagierte Ofarim spürbar gereizt. Auf die Frage „Wie ist deine finanzielle Situation derzeit?“ entgegnete er: „Das muss ich hier jetzt nicht besprechen.“
Dann drehte er den Spieß um: „Wie ist deine so?“, fragte er die Journalistin zurück.
Ludowig blieb gelassen: „Ganz gut, ich komme zurecht. Deine auch?“ Schließlich lenkte Ofarim ein: „Ich komme jetzt zurecht.“
Er erklärte weiter, dass er eine Antrittsgage erhalten habe und die 100.000 Euro Siegprämie nur im Erfolgsfall ausgezahlt würden. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“
Pläne mit dem Preisgeld

Lange hatte Ofarim in anderen Interviews betont, zunächst offene Rechnungen begleichen zu wollen. Nun wurde er konkreter: „Damit kann ich Rechnungen bezahlen, aber was ich mir noch viel mehr gewünscht habe, ist, mir eine Bleibe in München zuzulegen.“
Sein Ziel: näher bei seinen Kindern zu sein. Diese würden sich sehr freuen, sagte er. Und auch er selbst sei stolz darauf, wieder mehr Zeit mit ihnen verbringen zu können.
Der Wunsch nach familiärer Nähe scheint für ihn aktuell wichtiger zu sein als öffentliche Rehabilitation oder neue Musikprojekte.
„Ich habe sehr viel gelernt“

Zum Schluss stellte Ludowig eine grundsätzliche Frage: Ob er sich wünsche, alles ungeschehen zu machen.
Ofarims Antwort überraschte: „Nein, das will ich nicht. Ich habe sehr viel gelernt aus dieser Geschichte.“
Was genau er gelernt habe, führte er allerdings nicht aus.
Damit endet ein Interview, das zwar Einblicke in seine aktuelle Lebenssituation gibt, viele Kernfragen jedoch offenlässt. Der umstrittene Dschungelsieg hat Gil Ofarim zurück ins Rampenlicht gebracht – doch die Diskussionen um seine Vergangenheit dürften ihn weiterhin begleiten.

