Fast ein halbes Jahrhundert nach der DDR-Verfilmung „Schneeweißchen und Rosenrot“ zieht Katrin Martin erneut alle Blicke auf sich – und beweist, dass Märchenzauber auch 2026 noch lebendig ist.
Ein Märchen, das nie alt wird

Sechs Jahre nach dem Riesenerfolg von Drei Haselnüsse für Aschenbrödel legte die DEFA nach – und schuf einen weiteren TV-Klassiker. Am 6. Juli 1979 feierte Schneeweißchen und Rosenrot Premiere.
Mehr als 45 Jahre später gehört der Film noch immer fest zum Märchenprogramm der Dritten Programme. Generationen sind mit ihm aufgewachsen – und viele schalten auch heute noch ein, wenn die beiden Schwestern wieder über den Bildschirm tanzen.
Ein vertrautes Gesicht als Prinz

Auch in diesem Märchenfilm taucht ein bekanntes Gesicht auf: Pavel Trávníček übernahm erneut die Rolle des Prinzen. Bereits 1973 hatte er in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ Märchenfilm-Geschichte geschrieben.
Doch diesmal stehen nicht Prinz und Aschenbrödel im Mittelpunkt – sondern zwei Schwestern, deren Herzlichkeit und Mut das Herz des Films bilden.
Schneeweißchen und Rosenrot

Die Hauptrollen wurden von Julie Jurištová als Schneeweißchen und Katrin Martin als Rosenrot gespielt.
Bei der Premiere war Katrin Martin 29 Jahre alt, ihre Filmschwester sechs Jahre jünger. Heute feiert Katrin Martin ihren 76. Geburtstag – und wird noch immer auf ihre Rolle angesprochen. Sie zeigt dafür Verständnis, denn der Film läuft bis heute regelmäßig im Fernsehen, wie sie 2023 im Interview mit „Märchenfilm“ erklärte.
Erinnerungen an frühere Weggefährten
Der Kontakt zu den damaligen Kollegen ist längst abgerissen. Katrin Martin blickt dennoch ohne Bitterkeit zurück. „Julie habe ich nie wiedergesehen, Pavel jetzt erst nach so vielen Jahren. Und Bodo Wolf habe ich auch nie wiedergesehen“, sagte sie offen.
Trotzdem bleibt „Schneeweißchen und Rosenrot“ für sie ein wichtiger Teil ihrer Biografie – ein Film, der ihr Gesicht bis heute untrennbar mit einer Märchenfigur verbindet.
Eine Karriere jenseits des Märchens
@crazykitsch Martin studierte von 1968 bis 1971 an der Schauspielschule Rostock. Dort erwarb sie einen Diplomabschluss als geprüfte Bühnendarstellerin. Es folgten Verpflichtungen am Brandenburger Theater und am Theater Neustrelitz; Gastauftritte hatte sie unter anderem auch am Deutschen Theater Berlin Von 1972 bis 1990 wirkte Martin in insgesamt über vierzig Film- und Fernsehproduktionen bei der DEFA und dem Deutschen Fernsehfunk mit. Ihre erste Filmrolle hatte sie 1972 als Tochter von Rolf Herricht in der Rolle der Gaby Piesold in der Filmkomödie Der Mann, der nach der Oma kam. Aufgrund ihres jugendlichen Aussehens wurde sie in der Folgezeit bei der DEFA häufig mit Rollen von Prinzessinnen oder jungen Mädchen in Märchenfilmen besetzt. In Erinnerung bleibt dabei insbesondere ihre Verkörperung von Rosenrot in der Märchenverfilmung Schneeweißchen und Rosenrot. Nach der Wende wechselte Martin als Regisseurin, Autorin und Produzentin zum Hörspiel. Sie produzierte Kinderhörspiele und leitete ein Ensemble von Kindersprechern.Außerdem arbeitete sie als Sprecherin bei Radio-Features und auch dem Theater blieb sie treu. Martin übernahm auch weiterhin kleinere Filmrollen. Katrin Martin lebt in Berlin. #ddr #märchenfilme #Märchen #fairytale #retro #ddrfilme #kinderfilme ♬ Originalton – Lumora Ai
Nach dem Märchenfilm blieb Katrin Martin der Schauspielerei treu. Sie war unter anderem 1991 in Jugend ohne Gott zu sehen, ein Jahr später folgte Stilles Land. Auch in der beliebten Krimireihe Polizeiruf 110 wirkte sie mit.
Heute steht sie vor allem auf der Theaterbühne – und das mit beeindruckender Konstanz.
Heute auf der Bühne zu Hause

Aktuell ist Katrin Martin regelmäßig am Berliner Kriminaltheater zu sehen. Dort spielt sie unter anderem in „Ein Mord wird angekündigt“ von Agatha Christie, außerdem in „Die Mausefalle“, „Passagier 23“ und „Die zwölf Geschworenen“.
Am kommenden Wochenende steht sie in „Fisch zu viert“ auf der Bühne. Julie Jurištová hingegen soll sich inzwischen vollständig aus der Schauspielerei zurückgezogen haben.
So bleibt „Schneeweißchen und Rosenrot“ nicht nur ein Fernsehklassiker, sondern auch ein Zeitdokument – und der Beginn einer Karriere, die bis heute lebendig ist.

