Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Tod seiner Tochter holt Peter Kraus ein Schicksalsschlag erneut mit voller Wucht ein. Der Entertainer spricht über einen Verlust, der nie verblasst ist – und über einen Verdacht, der ihn bis heute nicht loslässt.
Ein Schmerz, der nie vergangen ist

Auch mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Tod seiner Tochter sitzt der Schmerz bei Peter Kraus noch immer tief. Im Gespräch mit der Zeitschrift „Meine Freizeit“ sprach der 87-Jährige nun ungewöhnlich offen über die schwere Zeit – und über eine Entscheidung, die ihn bis heute beschäftigt.
Seine Tochter Gaby starb bereits im Oktober 2001 im Alter von nur 39 Jahren an Brustkrebs. Für die Familie war der Verlust ein schwerer Schicksalsschlag, dessen Folgen bis heute spürbar sind.
Besonders belastend scheint für Peter Kraus dabei die Frage zu sein, ob manches vielleicht anders hätte verlaufen können. Rückblickend spricht der Sänger offen über eine Arztwahl, die er heute offenbar für einen folgenschweren Fehler hält.
Gaby war nicht seine leibliche Tochter
Gaby stammte ursprünglich aus einer früheren Beziehung von Ingrid Kraus. Nachdem Peter und Ingrid Kraus geheiratet hatten, adoptierte der Sänger das Mädchen, das damals sieben Jahre alt war.
Für Peter Kraus spielte es offenbar nie eine Rolle, dass Gaby nicht seine leibliche Tochter war. Über Jahrzehnte galt sie als fester Bestandteil der Familie.
Umso härter traf das Ehepaar später die Krebsdiagnose. Besonders die Behandlung beschäftigt beide bis heute.
Rückblickend schildert Peter Kraus nun offen, warum er eine damalige Entscheidung seiner Tochter kritisch sieht – und weshalb ihn diese Gedanken offenbar bis heute nicht loslassen.
Peter Kraus glaubt an eine Fehlentscheidung

Im Interview erklärte Peter Kraus, dass seine Tochter bewusst darauf verzichtet habe, seinen Bekanntheitsgrad für medizinische Hilfe zu nutzen.
Wörtlich sagte er: „Sie hat sich immer geweigert, meinen Namen in irgendeiner Form zu Hilfe zu nehmen.“
Anschließend schilderte er, dass Gaby sich gegen einen bestimmten Arzt entschieden habe: „Weil sie dachte, so ein ‚Schickimicki-Arzt’ sei nicht ihre Sache, wechselte sie zu einem anderen Arzt.“
Für Peter Kraus war das rückblickend offenbar eine schwere Fehlentscheidung. Besonders deutlich wird er mit seiner Einschätzung, als er sagt: „Das war mit Sicherheit ein Fehler. Sonst könnte sie noch leben.“
Mit diesen Worten erhebt das Ehepaar indirekt schwere Vorwürfe gegen den behandelnden Arzt.
Ingrid Kraus erinnert sich an die Behandlung

Auch Ingrid Kraus sprach im Interview offen über die damaligen Ereignisse. Nach ihren Erinnerungen habe der Arzt den Knoten zunächst nicht als besonders gefährlich eingeschätzt.
Sie berichtet: „Der andere Arzt sagte, das sei bestimmt nur ein Milchknoten in ihrer Brust.“
Zur Sicherheit sollte laut Ingrid Kraus eigentlich eine Biopsie durchgeführt werden. Doch dazu sei es ihrer Darstellung zufolge nie gekommen.
Stattdessen habe der Arzt direkt einen Eingriff vorgenommen. „Ohne Narkose, nur unter örtlicher Betäubung, hat er diesen Knoten rausgeschnitten“, schildert sie.
Gerade diese Erinnerungen scheinen die Familie bis heute nicht loszulassen.
„Sie ist nicht richtig behandelt worden“

Für Ingrid Kraus steht offenbar bis heute fest, dass ihre Tochter medizinisch nicht ausreichend versorgt wurde.
Besonders deutlich sagt sie: „Sie ist einfach nicht richtig behandelt worden.“
Außerdem erklärt sie, dass hinter dem entfernten Knoten offenbar bereits ein weiterer gesessen habe. Für sie sei deshalb früh klar gewesen, wie ernst die Situation tatsächlich war.
Ihre ernüchternde Einschätzung lautet heute: „Damit war eigentlich von vornherein alles aus.“
Die Worte zeigen, wie tief die Trauer und die Zweifel innerhalb der Familie auch viele Jahre später noch sitzen. Der Verlust von Gaby scheint Peter und Ingrid Kraus bis heute stark zu prägen.
Die Familie hält bis heute fest zusammen

Trotz des schweren Verlustes fand die Familie offenbar gegenseitig Halt. Besonders in den ersten Jahren nach Gabys Tod unterstützten sich Peter und Ingrid Kraus intensiv.
Ingrid Kraus sagt rückblickend: „Peter war mir eine absolute Stütze. Wir haben in der Zeit so viel Schreckliches erlebt.“
Neben Gaby haben Peter und Ingrid Kraus auch einen gemeinsamen Sohn: Mike, geboren 1973. Zu ihm pflegt das Ehepaar bis heute ein enges Verhältnis.
Der familiäre Zusammenhalt scheint für beide inzwischen wichtiger denn je zu sein. Denn der frühe Tod ihrer Tochter habe ihnen schmerzhaft vor Augen geführt, wie schnell gemeinsame Zeit mit geliebten Menschen enden kann.

