Ein vertrauter Name, doch eine neue Erschütterung: Rund um den 78-jährigen Liedermacher Konstantin Wecker zieht ein Sturm auf – ausgelöst durch einen drastischen Facebook-Post der Autorin Hanna Lakomy.
Der sanfte Revolutionär in der Rückschau

Konstantin Wecker galt Jahrzehnte als poetischer Gewissenswacher: Lieder wie „Sage nein!“ vertonten Widerstand, sein jüngstes Comeback nach schwerer Erkrankung sollte nun ein triumphaler Spätherbst werden.
Doch während sich die Konzertpläne neu sortieren, rumort es hinter den Kulissen – und gleich erfährt man, warum dieser Herbst anders klingt als erwartet.
Leipzig 2015: Ein Backstage-Abend wie tausend andere?

Hanna Lakomy, Tochter des DDR-Komponisten Reinhard Lakomy, saß damals in Jeans und Rollkragen zwischen Musikern, Managern, Familienfreunden. Für sie war Backstage stets ein vertrauter, beinahe häuslicher Raum.
Trotzdem blieb ihr jener Abend im Gedächtnis – weniger wegen der Songs, sondern wegen eines Moments, der noch Jahre später ihr Unbehagen weckt. Was ist geschehen?
Der Facebook-Post, der Wunden öffnet

Ende November 2025 tippt Lakomy öffentlich: Sie habe Wecker nach dem Konzert danken wollen – doch plötzlich sei „etwas zwischen Bühne und Hotelzimmertür“ passiert. Ihre Worte klingen wie ein weiches Kreischen: Respekt vermischte sich mit Irritation.
Mehr verrät sie zunächst nicht, aber ein Satz schneidet: „Ich war amüsiert-angeekelt.“ Gleich danach folgen die Details, die für Empörung sorgen.
„Eine Hand auf meinem Oberschenkel“ – und die Einladung aufs Zimmer

Lakomy schreibt, Wecker habe sie vor Zeugen berührt und umgehend gebeten, ihn auf sein Hotelzimmer zu begleiten. Sie war 31, volljährig – doch das Setting, sagt sie, fühlte sich an „wie ein Test, ob jemand wegschaut“. Ihre Empfindung schwankte zwischen Fassungslosigkeit und galligem Humor.
Besonders empörte sie nicht nur die Geste, sondern die „Entourage“, die sie angeblich zurechtwies, als sie das Wort „Arschloch“ flüsterte. Wie reagiert der Künstler heute?
Schweigen trifft auf alte Geständnisse

Wecker hat sich zu Lakomys Vorwurf bislang nicht geäußert. Ende Oktober räumte er allerdings eine frühere Beziehung zu einer damals Minderjährigen ein und bat öffentlich um Verzeihung. Nun prallen zwei Erzählungen aufeinander: ein bestätigtes Fehlverhalten von 2011/12 und brandneue Anschuldigungen aus 2015.
Fans, Veranstalter und Medien fragen: Ist das bloß ein Kapitel einer viel größeren Geschichte? Ein Blick voraus zeigt, welche Konsequenzen drohen könnten.
Was jetzt auf dem Spiel steht

Tourtermine wurden bereits krankheitsbedingt verschoben; ob der Sänger in diesem Klima zurück auf die Bühne darf, ist ungewiss. Für Lakomy stellt sich derweil die Frage, ob weitere Frauen ihr Beispiel folgen – sie selbst betont, nicht traumatisiert zu sein, aber entschlossen, Missstände zu benennen.
Während juristische Schritte geprüft werden, hängt über Weckers Lebenswerk ein Schatten, den kein Lied vertreiben kann. Bleibt das letzte Wort gesprochen?

