Was als stille Auszeit gedacht war, wurde für Kerstin Ott offenbar zu einem Moment, den sie bis heute nicht vergessen kann.
Eine Reise mit großen Erwartungen

Kerstin Ott machte sich vor rund drei Jahren allein auf eine etwa 155 Kilometer lange Pilgerwanderung durch Portugal. Eigentlich sollte diese Tour ihr helfen, Abstand vom Alltag zu gewinnen und zwischen all dem Trubel endlich einmal durchzuatmen.
Gerade das Alleinsein war für sie dabei offenbar ein wichtiger Teil der Reise. In ihrem Leben sei ständig viel los, weshalb Ruhe für sie einen besonderen Stellenwert habe. Doch statt innerer Einkehr wartete zunächst ein ganz anderer Kraftakt auf sie. Und genau dort nahm die Geschichte eine unerwartet dramatische Wendung.
Weiter geht es mit dem Moment, in dem die Lage erstmals wirklich ernst wurde.
Schon der erste Tag brachte sie an ihre Grenze

Bereits zum Auftakt bekam Kerstin Ott die Bedingungen mit voller Wucht zu spüren. Bei Temperaturen von 35 Grad wurde die Wanderung für sie sofort zu einer enormen Belastung – nicht nur körperlich, sondern auch emotional.
Rückblickend schilderte sie diesen Auftakt besonders offen und sagte: „Am ersten Tag hab ich schon das ein oder andere Mal herzhaft geweint“. Damit wurde schnell klar, dass diese Reise alles andere als ein entspannter Urlaubsmoment war. Doch das eigentliche Problem lauerte noch im Gepäck.
Als Nächstes zeigt sich, welcher Packfehler die Situation zusätzlich zuspitzte.
Ein verhängnisvoller Fehler im Gepäck

Nicht die Strecke allein wurde zum Problem, sondern vor allem das, was Kerstin Ott offenbar nicht ausreichend dabeihatte: Wasser. Gerade bei dieser Hitze wurde genau das zu einem riskanten Versäumnis, das sie später sehr deutlich einordnete.
Denn während es an Trinkwasser mangelte, befand sich ausgerechnet eine Flasche Wodka in ihrem Gepäck. Diese absurde Konstellation machte die Lage im Nachhinein noch eindringlicher. Kerstin brachte es selbst drastisch auf den Punkt: „Ich bin wirklich fast verdurstet.“ Genau dieser Satz macht klar, wie bedrohlich der Moment für sie gewesen sein muss.
Doch warum sie trotzdem nicht zu dem Alkohol griff, verrät der nächste Abschnitt.
Warum der Wodka keine Rettung war

Auch wenn eine Flasche Wodka dabei war, kam für Kerstin Ott offenbar nie ernsthaft infrage, in dieser Situation darauf zurückzugreifen. Bei großer Hitze und akutem Wassermangel wäre das Risiko aus ihrer Sicht viel zu hoch gewesen.
Heute blickt sie deshalb mit spürbarer Selbstkritik auf diese Entscheidung zurück. Über den Alkohol sagte sie: „Das mit dem Wodka habe ich gelassen, das war wirklich eine dämliche Idee“. Auch ihren gesamten Packfehler bewertete sie im Nachhinein schonungslos. Doch ausgerechnet diese schwierige Erfahrung sollte später noch etwas Grundsätzliches in ihrem Leben verändern.
Im nächsten Teil geht es darum, welche Folgen diese Reise langfristig für sie hatte.
Die Pilgerreise wurde zum Wendepunkt

So belastend diese Wanderung für Kerstin Ott gewesen sein muss – offenbar blieb sie nicht ohne nachhaltige Wirkung. Denn nach der Reise veränderte die Musikerin nach und nach mehrere Bereiche ihres Lebens.
Sie erklärte offen: „Ich bin erst vegan geworden direkt nach meiner Reise. Dann habe ich aufgehört mit dem Rauchen. Und jetzt bin ich auch ohne Alkohol unterwegs“. Damit wurde aus dem belastenden Erlebnis am Ende offenbar ein persönlicher Neustart. Doch auch die Frage, warum sie diese Reise überhaupt allein antrat, sagt viel über ihre damalige Situation aus.
Zum Schluss wird deutlich, wonach Kerstin Ott in Portugal eigentlich gesucht hat.
Was Kerstin Ott wirklich finden wollte

Hinter der anstrengenden Tour steckte offenbar weit mehr als nur der Wunsch nach Bewegung oder Tapetenwechsel. Kerstin Ott wollte Abstand gewinnen, zur Ruhe kommen und dem permanenten Druck des Alltags entfliehen.
Genau das formulierte sie auch selbst sehr klar: „In meinem Leben passiert immer sehr viel. Ich stehe immer völlig unter Dampf, deshalb brauche ich auch die Ruhe zwischendurch“. Aus einer Reise, die beinahe in einem Desaster endete, wurde so letztlich ein sehr persönlicher Wendepunkt. Der Schreckmoment blieb – doch am Ende scheint Kerstin Ott daraus vor allem neue Klarheit für ihr Leben gewonnen zu haben.

