Schwere Worte zum Jubiläum: Howard Carpendale spricht an seinem 80. Geburtstag offen über den Tod

- Advertisement -

Howard Carpendale feiert heute seinen 80. Geburtstag – und kündigt an, den Tag nicht nur für Glückwünsche, sondern auch für ein offenes Gespräch über Vergänglichkeit zu nutzen.

- Advertisement -

Eine Zahl, die ihm widerstrebt

Image: IMAGO / United Archives
Image: IMAGO / United Archives

Er will sie nicht hören, nicht aussprechen – und feiern schon gar nicht. 80 Jahre? Für Howard Carpendale fühlt sich diese Zahl schlicht falsch an. „Da kann man nicht mehr von mittendrin reden“, sagt er offen. Und doch ist es Realität: Am 14. Januar feiert er seinen runden Geburtstag.

- Advertisement -

Wer ihm gegenübersitzt, sieht keinen Mann am Ende einer Karriere, sondern einen Künstler voller Energie. Fit, präsent, geistig wach – jemand, der eher wirkt wie 60 als wie 80. Genau dieser Widerspruch begleitet ihn derzeit: zwischen dem, was auf dem Papier steht, und dem, was er fühlt.

Ein Leben auf der Überholspur

Image: IMAGO / United Archives
Image: IMAGO / United Archives

Carpendale läuft täglich steile Berge hoch, trotz Hüft- und Knie-OP im Jahr 2024. Im Urlaub saust er auf Wasserrutschen in Dubai hinab – „wie ein Teenager“, sagt er lachend. Große Hallen füllt er weiterhin mühelos, seine Stimme erhebt er auch dann, wenn es politisch wird.

- Advertisement -

Geboren in Durban, Südafrika, prägt er seit den 1970er-Jahren die deutschsprachige Musikszene. Hits wie Ti amo oder Hello Again sind längst Klassiker. Über 60 Jahre Bühne, Millionen verkaufte Tonträger – getragen von einer markanten Stimme, südafrikanischem Akzent und bemerkenswerter Konstanz.

Noch einmal ganz groß

Image: IMAGO / Bildagentur Monn
Image: IMAGO / Bildagentur Monn

Seinen Fans gibt er noch einmal das, was sie sich wünschen: Howard Carpendale live auf der großen Bühne. 2026 geht er mit der Abschiedstournee „Let’s Do It Again, Again!“ auf Reisen – von März bis September. „Live ist mir zehnmal lieber als Studio“, sagt er. Es gehe ums Entertaining, nicht darum, einfach nur Lieder herunterzusingen.

Deshalb hat er viele seiner Hits neu aufgenommen – moderner, aber mit Respekt vor dem Original. Bei „Alice“ wollte er bewusst etwas verändern. „Den Titel habt ihr oft genug gehört. Da machen wir mal was anderes draus.“ Das neue Album erscheint im März – und zauberte ihm beim Anhören selbst ein Lächeln ins Gesicht.

Der Körper, das Alter und der Trotz

Image:  IMAGO / Bildagentur Monn
Image: IMAGO / Bildagentur Monn

Dass er dieses Alter überhaupt erreichen durfte, ist für ihn nicht selbstverständlich. Sein Vater starb mit 59, seine Schwestern wurden nicht einmal 50. „Nur meine Mutter wurde über 90“, sagt er nachdenklich. Vielleicht ihre Gene. Und doch hadert er.

„Mit 76 macht man Dinge, die mit 80 plötzlich infrage gestellt werden“, erzählt er. Wasserrutschen in Dubai? „Ist mir egal.“ Graue Haare? Nein, danke. „Ich kümmere mich drum – dezent.“ Fitness ist Pflicht. Zwei Tage Pause – und die Schmerzen sind zurück. „Man muss dranbleiben“, sagt er. Und das tut er.

Donnice, Familie und die größte Sorge

Image:  IMAGO / Andre Lenthe
Image: IMAGO / Andre Lenthe

An seiner Seite: immer Donnice Carpendale. Sie ist seine Konstante, sein Zuhause – und seine größte Sorge. Beim Thema Tod wird der Entertainer leise. „Ich kann sie nicht alleine lassen“, sagt er. Nicht aus Angst vor dem Sterben, sondern davor, sie zurückzulassen.

Darüber sprechen darf er mit ihr kaum. Also trägt er den Gedanken allein. An seinem Geburtstag will er mit seiner Familie reden – nichts unausgesprochen lassen. „Wir sind keine einfache Familie“, gibt er zu. „Aber wenn wir uns brauchen, sind wir immer füreinander da.“

Blick nach vorn, Blick auf die Welt

Image:  IMAGO / Scherf
Image: IMAGO / Scherf

Ganz verschwinden will er nicht. Kleinere Konzerte, weniger Reisen, mehrere Abende an einem Ort – das ist sein Traum. Privat möchte er mit Donnice reisen: Singapur, Australien, vielleicht China. Die Welt sehen.

Sorgen bereitet ihm Amerika. Dort lebt sein Sohn Cass. Politisch äußert sich Carpendale kritisch, besonders über Donald Trump. Die Entwicklungen dort machen ihm Angst. Und doch bleibt am Ende Stolz. „Nur zwei Künstler haben es geschafft, mit 80 noch ausverkaufte Arena-Tourneen zu spielen: Udo Jürgens und ich.“

Es ist Bilanz und Versprechen zugleich. Howard Carpendale ist noch da. Mit Stimme. Mit Haltung. Und mit einer Liebe zur Bühne, die sich von keiner Zahl bremsen lässt.

- Advertisement -

Neuste Artikel