Der plötzliche Abschied einer Stimme, die Sommersonnengefühl und Prog-Rock-Epos zugleich verkörperte, versetzt heute Fans in ganz Europa in Trauer – und weckt Erinnerungen an einen unverwechselbaren Sound, der nun für immer verstummt ist.
Ein leiser Aufschrei am Morgen

Die erste Meldung über Edward Reekers’ Tod verbreitete sich am frühen Montag wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken. Binnen Minuten kondolierten Hörer, Kollegen und Wegbegleiter, während Radiostationen spontan seine größten Hits ins Programm nahmen.
Viele reagierten überrascht, weil der 68-Jährige sich zuletzt rar gemacht hatte. Doch wer genauer hingehört hatte, wusste: Hinter den Kulissen kämpfte Reekers bereits seit Wochen gegen eine heimtückische Krankheit.
Lassen Sie uns nun auf den Song blicken, der ihn unsterblich machen sollte …
„So schmeckt der Sommer“ – ein Werbejingle wird zum Evergreen
1995 genügten 30 Sekunden Eiscreme-Werbung, um Reekers’ Stimme unauslöschlich ins deutsche Pop-Gedächtnis zu brennen. „So schmeckt der Sommer“ lief in Endlosschleife über TV-Bildschirme, auf Stadtfesten und in Strandbars – das Lied wurde zum Klang eines Jahrzehnts voller Leichtigkeit.
Selbst Jahre später tauchte der Song in Chart-Shows, Karaoke-Apps und auf Grill-Playlists auf. Reekers nahm den Ruhm gelassen: „Der Sommerhit hat mir Türen geöffnet, aber er ist nur ein Mosaikstein meiner Musik“, erklärte er einst schmunzelnd.
Doch hinter der Werbe-Fassade schlug ein Herz für dramatische Rock-Klangwelten …
Prog-Rock-Pionier bei Kayak und Ayreon
Schon Ende der 1970er ersetzte der Niederländer bei der Kultband Kayak den ursprünglichen Frontmann und eroberte mit dem epischen „Ruthless Queen“ die Charts. Seine hohe, klare Stimme passte perfekt zu den orchestralen Arrangements der Band.
Später lieh Reekers seine Vocals Arjen Lucassens Science-Fiction-Projekt Ayreon und brillierte als Studio-Sänger, Synchronsprecher und Komponist. Zwischen Werbehit und Rock-Oper spannte er eine Karriere, die Genre-Grenzen elegant ignorierte.
Doch selbst beeindruckende Diskografien sind nicht gegen Schicksalsschläge gefeit …
Der offene Umgang mit der Diagnose
Im August wandte sich Reekers via Facebook an seine Fans: Metastasierter Lungenkrebs, keine Aussicht auf Heilung, nur palliative Maßnahmen – Worte, die kollektiv den Atem stocken ließen. Trotzdem blieb er gefasst, bedankte sich „für jede Note des Lebens“ und versprach, „so viel Musik wie möglich in der Zeit zu lassen, die bleibt“.
Seitdem zog er sich zurück, sagte alle Termine ab und verbrachte die letzten Wochen im Kreis seiner Familie in Zoetermeer. Freunde berichten, er habe bis zuletzt leise Melodien vor sich hin gesummt.
Wie reagierte die Musikwelt auf diese Nachricht? Ein Blick auf bewegende Abschiede …
Kollegiale Ehrerbietungen und ein musikalisches Abschiedsritual
Innerhalb weniger Stunden würdigten Stars von Yonathan Sieger bis Cassandra Steen den „Gentleman der hohen Töne“. Kayak veröffentlichten ein Instrumental-Tribut, Ayreon stellte ein Online-Book of Condolence bereit. Geplant ist am 14. Oktober eine öffentliche „Celebration of Life“ in der Stadthalle Zoetermeer – statt Trauerkleidung wünscht die Familie bunte Sommerfarben.
Auch Langnese reagierte und kündigte an, den ikonischen Spot einmalig in TV-Nostalgie-Blöcken auszustrahlen, begleitet von einer Spendenkampagne gegen Lungenkrebs.
Doch was sagte Edward Reekers selbst kurz vor seinem Abschied? Seine letzten Worte berühren tief …
Das Vermächtnis: „Singt euch den Sommer ins Herz – jederzeit“
In seinem finalen Audio-Gruß, aufgenommen wenige Tage vor seinem Tod, ruft Reekers dazu auf, „niemals aufzuhören zu singen, selbst wenn die Jahreszeiten wechseln“. Er wolle in jeder Melodie weiterleben, „egal ob Rock-Suite oder Werbejingle“.
So endet die Reise eines Künstlers, der das scheinbar Banale in Kunst verwandelte und das Epische alltagstauglich machte. Sein Echo klingt in Sonnenschein und Gitarrenriffs – und erinnert daran, dass Musik Sommer für die Ewigkeit konservieren kann. Ruhe in Frieden, Edward Reekers.

