Unfassbar: Skandal von Nina Hagen hat Konsequenzen

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Ein Moment, der einst für Aufruhr sorgte, kehrt überraschend ins Rampenlicht zurück.

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Ein Skandal wird wieder lebendig

Image: IMAGO / Panthermedia
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1979 sorgte Nina Hagen mit einem TV-Auftritt für heftige Reaktionen. Jahrzehnte später wird genau dieser Moment nun auf eine völlig neue Art wiederbelebt: Die Neue Oper Wien macht aus dem berühmt-berüchtigten Auftritt in der ORF-Talkshow „Club 2“ ein Musiktheaterstück.

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Das rund einstündige Werk trägt den Titel „Future Is Now“ und feiert am 29. September im Arnold Schönberg Center in Wien Premiere.

Danach sind weitere Aufführungen an verschiedenen Spielorten der österreichischen Hauptstadt geplant. Doch nicht nur das ungewöhnliche Thema der Inszenierung sorgt für Aufmerksamkeit – auch die Besetzung dürfte viele überraschen.

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Ein Countertenor übernimmt die Rolle von Nina Hagen

Für die wohl ungewöhnlichste Entscheidung der Produktion sorgt die Besetzung der Hauptrolle. Nina Hagen wird auf der Bühne nämlich von Countertenor Johannes Wieners dargestellt.

Wieners entwickelte zudem selbst das Konzept für das Musiktheaterstück. Sopranistin Beatriz Gaudenicio Ramos übernimmt dagegen die Rolle von Ninas damaligem Partner Ferdinand Karmelk.

Martijn Strating verkörpert den früheren „Club 2“-Moderator Dieter Seefranz. Zusätzlich begleitet er die Inszenierung am Klavier.

Die ungewöhnlich wirkende Verteilung der Stimmen ist dabei kein Zufall. Gerade die damalige persönliche Konstellation der Beteiligten soll auf der Bühne auf besondere Weise neu interpretiert werden.

Als Nina Hagen live ein Tabu brach

Image: IMAGO / Panthermedia
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Der ursprüngliche Fernsehauftritt liegt mittlerweile Jahrzehnte zurück. 1979 sprach Nina Hagen in der Sendung „Club 2“ offen über Sexualität und weibliche Selbstbefriedigung.

Damit löste die Musikerin einen handfesten Fernsehskandal aus, denn derartige Themen galten als Tabu.

Was heute für viele Zuschauer deutlich weniger ungewöhnlich erscheinen dürfte, sorgte damals für große Empörung. Genau dieser Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart bildet nun den Ausgangspunkt für die neue Bühnenproduktion.

Die Neue Oper Wien verspricht einen „musikalischen Abend, der zwischen frechem Witz und feinem Gespür für Zwischenmenschliches oszilliert“. Auch musikalisch soll die Inszenierung dabei überraschend vielseitig werden.

Von John Cage bis Adele

Musikalisch wird in „Future Is Now“ offenbar eine große Bandbreite geboten. Das Spektrum reicht von John Cage bis hin zu Adele.

Wer die Premiere am 29. September verpasst, bekommt anschließend noch mehrere Möglichkeiten, die Produktion zu sehen. Am 30. September steht das Stück im F23 wir.theater.fabriken auf dem Programm.

Am 6. Oktober folgt eine weitere Aufführung im Theater am Werk. Den Abschluss bildet schließlich die Vorstellung am 8. Oktober im ORF Radio-Kulturhaus.

Damit kehrt die Geschichte auf gewisse Weise sogar an ihren Ursprung zurück. Denn der letzte Spielort steht in direkter Verbindung mit dem Sender, bei dem Nina Hagens legendärer TV-Auftritt einst für so viel Aufsehen sorgte.

Auch ihr damaliger Partner steht im Mittelpunkt

Image: IMAGO / teutopress
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Ferdinand Karmelk war 1979 nicht nur Nina Hagens Lebenspartner. Auch er saß bei dem damals viel diskutierten Gespräch als Gast in der Runde.

Diese besondere persönliche Situation wird nun ebenfalls Teil der neuen Bühnenfassung. Durch die bewusst ungewöhnliche Besetzung und die verschiedenen Stimmlagen erhält die Geschichte eine völlig neue Perspektive.

Nina Hagen selbst wurde 1955 in Ost-Berlin geboren und entwickelte sich im Laufe ihrer Karriere zu einer der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten der deutschen Musikszene.

Immer wieder wird sie als deutsche „Godmother of Punk“ bezeichnet. Ihr auffälliger Stil und ihre besondere Bühnenpräsenz machten sie weit über Deutschland hinaus bekannt – und ihr Einfluss ist offenbar bis heute spürbar.

Nina Hagens Einfluss reicht bis nach Hollywood

Auch Jahrzehnte nach ihrem großen Durchbruch inspiriert Nina Hagen noch immer andere Künstler. Ihr unverwechselbarer Stil aus den 80er-Jahren wurde beispielsweise auch mit Weltstars wie Jenna Ortega in Verbindung gebracht.

Doch Nina Hagen ist nicht nur als Musikerin bekannt. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie außerdem als Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Sie spielte zum Beispiel in „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ und „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ oder lieh den Schwestern Yubaba und Zeniba aus „Chihiros Reise ins Zauberland“ ihre deutsche Stimme.

Nun wird ein besonders aufsehenerregender Moment ihrer Karriere erneut ins Rampenlicht gerückt. Was 1979 noch für einen Fernsehskandal sorgte, wird fast fünf Jahrzehnte später zum Stoff für die Opernbühne – und „Future Is Now“ erzählt die Geschichte auf eine Art, mit der wohl kaum jemand gerechnet hätte.

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