Oliver Pocher schießt nicht nur scharf gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber RTL, sondern auch gegen Stefan Raab.
Ein Wutausbruch mit klarer Adresse

Mit ungewohnt scharfen Worten hat Oliver Pocher seinem Ärger auf Instagram freien Lauf gelassen. Anlass sind die massiven Sparmaßnahmen beim Kölner Sender RTL, die aktuell hunderte Arbeitsplätze kosten und ganze Formate aus dem Programm fegen. Für Pocher ist das nicht nur ein betriebswirtschaftlicher Einschnitt, sondern ein Signal für einen grundlegenden Kurswechsel. In seiner Story deutete er an, dass die bisherigen Streichungen längst nicht das Ende seien – und sorgte damit für Aufsehen weit über seine eigene Community hinaus.
Kritik an prominenten Deals

Besonders deutlich wurde der Comedian, als er auf hohe Ausgaben des Senders zu sprechen kam. Ohne Namen zunächst zu nennen, ließ Pocher durchblicken, wo aus seiner Sicht enormes Sparpotenzial liege. Schnell wurde klar, dass er auf Stefan Raab und dessen Zusammenarbeit mit RTL anspielte. Seiner Meinung nach könnten dort Millionen eingespart werden – gerade angesichts der Tatsache, dass andere, langjährige Formate eingestellt werden. Für Pocher wirkt diese Prioritätensetzung widersprüchlich und unfair gegenüber Mitarbeitenden, die nun um ihre Existenz bangen.
„Flops“ zur besten Sendezeit

In seinem Online-Rant wurde Pocher noch direkter. Die von Raab verantworteten Samstagabendshows bezeichnete er offen als „Flops“. Besonders Die Unzerquizbaren musste als Beispiel herhalten. Laut Pocher habe das Format nicht einmal die Marke von einer Million Zuschauern erreicht. Spöttisch erinnerte er daran, dass die Show sogar gegen eine Wiederholung von Harry Potter und der Feuerkelch im Quotenduell verloren habe – ein Seitenhieb, der saß.
Alte Rechnungen und neue Prognosen

Schon länger stört sich Pocher daran, dass Raab mit hoch dotierten Verträgen ausgestattet werde, während gleichzeitig Programmreihen zusammengestrichen werden. Branchenkreise berichten, dass sich RTL die Kooperation mit Raabs Firma Raab Entertainment vor rund zwei Jahren etwa 90 Millionen Euro kosten ließ. Pocher hingegen prophezeit dem Sender echte Quotenhöhepunkte erst dann wieder, wenn Sportrechte wie die Europa League ins Programm kommen. Danach, so seine Prognose, drohe eine lange Sommerpause ohne nennenswerte Hits im linearen Fernsehen.
Zwei Karrieren, zwei Wege

Oliver Pocher und Stefan Raab kennen das TV-Geschäft seit Jahrzehnten – doch ihre Wege erinnern heute kaum noch aneinander. Raab zog sich 2015 aus dem Rampenlicht zurück und arbeitet seither überwiegend als Produzent im Hintergrund. Öffentliche Auftritte sind rar. Pocher dagegen ist omnipräsent: auf Social Media, in Podcasts, auf Comedy-Bühnen. Er kommentiert das aktuelle TV-Geschehen regelmäßig und scheut keine Provokation. Beide prägten große Privatsender-Formate – doch ihr Umgang mit Öffentlichkeit und Kritik unterscheidet sich deutlich.
Sparzwang mit Folgen

Was Pocher mit seinem Ausbruch letztlich anspricht, geht über persönliche Spitzen hinaus. Der harte Sparkurs bei RTL trifft vor allem Mitarbeitende hinter den Kulissen – Menschen, die über Jahre an Magazinen, Shows und Formaten gearbeitet haben. Die Streichung etablierter Sendungen wie „Gala“ oder „Prominent“ verändert den Sender nachhaltig. Während sich prominente Namen öffentlich streiten, stehen viele andere vor einem völlig neuen beruflichen Alltag. Pocher bringt diese Schieflage lautstark auf den Punkt – und trifft damit einen Nerv in einer Branche, die unter enormem Druck steht.

