„Alles verlogen“: Nino de Angelo kocht vor Wut – der Grund polarisiert

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Im Fernsehen liegen sich die Schlagerstars in den Armen, singen Duette und feiern sich gegenseitig. Doch Nino de Angelo hält davon offenbar wenig – und findet nun ungewöhnlich deutliche Worte über die eigene Branche.

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Die heile Schlagerwelt? Für ihn nur Fassade

Nino de Angelo live bei einem Konzert seiner „Vivi la Vita“-Tour, Görlitz, 20.06.2026. Foto: IMAGO / Matthias Wehnert
Nino de Angelo live bei einem Konzert seiner „Vivi la Vita“-Tour, Görlitz, 20.06.2026. Foto: IMAGO / Matthias Wehnert

Wer samstagabends die großen Schlagershows von Florian Silbereisen oder Giovanni Zarrella einschaltet, bekommt ein klares Bild: Die Schlagerwelt wirkt wie eine große, harmonische Familie. Umarmungen, gemeinsame Auftritte, warme Worte auf offener Bühne.

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Nino de Angelo sieht das anders.

Zu Gast im Podcast „Wondermom“ von Natascha Ochsenknecht sprach der 62-Jährige offen darüber, was er von diesem Bild hält. Die Harmonie unter Kollegen sei vor allem viel Fassade.

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„Ich denke mal, dass die heile Welt halt vorgegaukelt wird“, sagte der Sänger.

Hinter verschlossenen Türen sehe es ganz anders aus. Dort gehe es mitunter hoch her – „in der Schlagerwelt geht die Post ab“, so de Angelo. Nach außen wolle aber niemand ein schlechtes Image riskieren.

Er selbst habe dieses Spiel nie mitspielen wollen. Warum sollte er sich verstellen, nur um mehr Platten zu verkaufen? Für den Sänger ist Authentizität eine Frage des inneren Friedens.

Und er warnt: Wer sich auf Dauer verbiegt, zahlt dafür einen hohen Preis. Als Beispiel nennt er zwei der größten Namen, die der deutsche Schlager je hatte.

Rex Gildo und Roy Black als warnende Beispiele

Rex Gildo in einer Fernsehshow, Deutschland, 1970er-Jahre. Foto: IMAGO / United Archives (Roba/Siegfried Pilz)
Rex Gildo in einer Fernsehshow, Deutschland, 1970er-Jahre. Foto: IMAGO / United Archives (Roba/Siegfried Pilz)

Rex Gildo und Roy Black – beide waren Publikumslieblinge, beide standen jahrzehntelang für die glitzernde Seite des Schlagers. Für Nino de Angelo sind sie zugleich Beispiele dafür, was das Verbiegen mit Menschen machen kann.

„Und daran sind ja auch schon viele Künstler, auch Schlagerkünstler, kaputtgegangen“, sagte er im Podcast.

Roy Black starb im Oktober 1991 im Alter von nur 48 Jahren, Rex Gildo im Oktober 1999 mit 63 Jahren.

Besonders Roy Black hat de Angelo dabei nicht nur als Idol aus dem Fernsehen in Erinnerung. Als Kind sah er ihn regelmäßig in der „ZDF-Hitparade“. Später begegnete er ihm persönlich – und diese Begegnung hat ihn offenbar nachhaltig geprägt.

Die Autofahrt, die er nie vergessen hat

Roy Black im Mai 1990. Foto: IMAGO / teutopress
Roy Black im Mai 1990. Foto: IMAGO / teutopress

Seine Erinnerung an Roy Black ist zwiespältig.

„Roy Black war echt so ein witziger Mensch – aber erst, wenn er ein paar Bier getrunken hat“, erzählte de Angelo. Ohne das sei der Sänger nach seiner Wahrnehmung eher depressiv gewesen.

Dann schildert er eine Szene, die er offenbar bis heute nicht vergessen hat. „Ich bin einmal mit ihm im Auto zu einer Fernsehsendung gefahren“, berichtete der Sänger. Er selbst war damals noch Newcomer und saß auf der Rückbank.

Roy Black habe telefoniert, sei danach schlecht gelaunt gewesen – und habe plötzlich angekündigt, auf der Autobahn aussteigen zu wollen.

De Angelo war nach eigenen Worten „total irritiert“. In diesem Moment habe er gedacht, wie unglücklich dieser Mann eigentlich sein müsse.

Doch nicht nur der Blick auf andere Stars treibt ihn um. Auch er selbst hat in der Branche Erfahrungen gemacht, die ihn bis heute beschäftigen.

„Ich habe ja sehr viele Neider gehabt“

Nino de Angelo bei „Immer wieder sonntags“, Rust, 05.07.2026. Foto: IMAGO / Bildagentur Monn
Nino de Angelo bei „Immer wieder sonntags“, Rust, 05.07.2026. Foto: IMAGO / Bildagentur Monn

Unter Kollegen habe er nicht nur Freunde gehabt – im Gegenteil.

„Ich habe ja sehr viele Neider gehabt“, sagte de Angelo. Manche Kollegen seien regelrecht „angefressen“ gewesen.

Den Grund sieht er in seinem Talent und seinem Lebensstil. Was ihm Kollegen nach seiner Schilderung vorhielten:

– Er lebe wild und halte sich nicht an Regeln.

– Er gebe keine Autogramme.

– Und trotzdem habe er Erfolg – während andere lange dafür arbeiten mussten.

Als es in seiner Karriere schlechter lief, habe kaum jemand Mitgefühl gezeigt. Stattdessen bekam er Sätze zu hören wie: „Mit deiner Stimme hätte ich eine Weltkarriere gemacht.“ Sein trockenes Fazit dazu: „Alle wussten es immer besser.“

Das habe ihn verletzt. Und es habe ihn gelehrt, dass man nicht jedem vertrauen kann.

Sein bitteres Fazit über die Branche

Am Ende bringt Nino de Angelo seine Sicht auf die Schlagerwelt in einem einzigen Satz auf den Punkt – und der dürfte bei vielen Kollegen nicht gut ankommen:

„Boah, ist das alles verlogen.“

Es ist eine Abrechnung, die polarisiert. Die einen sehen darin ehrliche Worte eines Mannes, der die Branche seit Jahrzehnten von innen kennt. Andere dürften sich fragen, ob das harte Urteil der glitzernden Show-Welt wirklich gerecht wird.

Lange will de Angelo diesem Geschäft ohnehin nicht mehr angehören: Sein Karriereende hat er bereits fest eingeplant – mehr dazu hier. Und wie es um seine Finanzen steht, verriet er an anderer Stelle.

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