Daniel Küblböck: Vom DSDS-Star zu Lana Kaiser – ein Leben voller Brüche

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Mit „Deutschland sucht den Superstar“ wurde Daniel Küblböck über Nacht berühmt – dann kamen Spott, Skandale und immer neue Anläufe. Am Ende lebte er als Lana Kaiser und kehrte von einer Kreuzfahrt nie zurück. Eine ARD-Doku hat das turbulente Leben zuletzt noch einmal in den Fokus gerückt.

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Kometenhafter Aufstieg, öffentliche Häme, Neuanfänge und der stille Wunsch, endlich so leben zu dürfen, wie man sich selbst fühlt: Die Geschichte von Daniel Küblböck ist voller Gegensätze. Wer verstehen will, warum sein Schicksal so viele Menschen bis heute nicht loslässt, muss ganz von vorne beginnen.

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Wie wurde aus dem Jungen aus Niederbayern der meistdiskutierte Castingstar Deutschlands?

Daniel Küblböck: Eine Geschichte, die nicht loslässt

Symbolbild: verblasste Fotos und ein Tagebuch. Foto: KI-generiert
Symbolbild: verblasste Fotos und ein Tagebuch. Foto: KI-generiert

Daniel Küblböck wurde 2002 durch die erste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt und stand danach jahrelang im Rampenlicht. Zuletzt lebte er als Lana Kaiser, im September 2018 verschwand sie während einer Kreuzfahrt. Bis heute wird ihre Geschichte immer wieder erzählt.

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Was diesen Lebensweg so besonders macht, ist nicht nur der Ruhm. Es ist die Frage, wie viel ein Mensch aushalten kann, der so früh so viel Aufmerksamkeit bekommt – Bewunderung genauso wie Spott. Und es ist die Suche nach der eigenen Identität, die erst spät öffentlich wurde.

Alles begann mit einem Casting, das ganz Deutschland zum Reden brachte.

Vom Casting zur Sensation

Symbolbild: leere Showbühne im Scheinwerferlicht. Foto: KI-generiert
Symbolbild: leere Showbühne im Scheinwerferlicht. Foto: KI-generiert

In der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (2002/2003) sang Daniel Küblböck beim Casting „Stand by Me“ – und polarisierte von Anfang an. Die Jury fand dafür sehr unterschiedliche Worte: Dieter Bohlen nannte ihn „eine gefühlvolle Maschine“, Thomas Stein beschrieb ihn als „wild wie ein junges Fohlen“.

Unvergessen ist auch ein Wortwechsel mit Tanz-Coach Detlef D. Soost, den die SRF zitiert. Soost sagte: „Du hast bewiesen, dass du nicht singen kannst.“ Die Antwort wurde zu einer Art Lebensmotto:

> „Man muss nicht perfekt sein. Das ist meine Lebenseinstellung.“ – Daniel Küblböck

Am Ende landete er auf Platz drei – und wurde trotzdem zum größten Gesprächsthema der Staffel. Laut evangelisch.de verfolgten die erste DSDS-Staffel bis zu 15 Millionen Zuschauer.

Was danach kam, übertraf alle Erwartungen.

Der Superstar-Hype: Nummer-1-Hit mit 17

Daniel Küblböck bei einem Konzert in der Berliner Columbiahalle, 23.11.2003. Foto: IMAGO / POP-EYE (Bilan)
Daniel Küblböck bei einem Konzert in der Berliner Columbiahalle, 23.11.2003. Foto: IMAGO / POP-EYE (Bilan)

Als er bei DSDS antrat, war Daniel Küblböck gerade einmal 17 Jahre alt. Kurz nach der Show startete er durch – mit Erfolgen, von denen viele Sieger nur träumen:

– „We Have a Dream“ (2003, mit den DSDS-Kandidaten): Platz 1 in Deutschland

– „You Drive Me Crazy“ (2003): Platz 1 in Deutschland

– „Heartbeat“ (2003): Platz 2 in Deutschland

– Album „Positive Energie“ (2003): Platz 2 in Deutschland, Gold-Status

– „The Lion Sleeps Tonight“ (2004): Platz 7 in Deutschland

Dazu kamen eine Autobiografie mit dem Titel „Ich lebe meine Töne“, ein eigener Kinderduft und ausverkaufte Auftritte. Er trat bunt, schrill und unangepasst auf – für die einen ein Idol, für die anderen eine Zielscheibe.

Doch wer war der Mensch hinter dem schrillen Auftreten?

Steckbrief und Kindheit

Daniel Küblböck mit Vater Günther Küblböck auf der After-Wiesn-Party in München, 23.09.2004. Foto: IMAGO / Markus Götzfried
Daniel Küblböck mit Vater Günther Küblböck auf der After-Wiesn-Party in München, 23.09.2004. Foto: IMAGO / Markus Götzfried

Daniel Küblböck wurde am 27. August 1985 in Hutthurm in Niederbayern geboren. Er wuchs in einer großen Familie mit mehreren Geschwistern auf, die Kindheit gilt als schwierig. Die ARD-Doku-Reihe „Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser“ beleuchtet diese frühen Jahre ausführlich.

| Steckbrief | |

|—|—|

| Geburtsname | Daniel Küblböck |

| Später | Daniel Kaiser-Küblböck, zuletzt Lana Kaiser |

| Geboren | 27. August 1985 in Hutthurm (Niederbayern) |

| Bekannt durch | „Deutschland sucht den Superstar“ (2002/2003, Platz 3) |

| Größter Hit | „You Drive Me Crazy“ (2003, Platz 1) |

| TV-Shows | Dschungelcamp (2004), „Big Brother“ (2005), „Let’s Dance“ (2015) |

| Vermisst seit | 9. September 2018 |

| Für tot erklärt | 2021 (Amtsgericht Passau) |

Schon kurz nach dem großen Ruhm folgte das Jahr, das alles veränderte.

2004: Dschungel, Unfall und ein Kino-Flop

Daniel Küblböck beim MDR-Wunschkonzert „Musik für Sie“ in Naumburg, 03.12.2004. Foto: IMAGO / Scherf
Daniel Küblböck beim MDR-Wunschkonzert „Musik für Sie“ in Naumburg, 03.12.2004. Foto: IMAGO / Scherf

Anfang 2004 zog Daniel Küblböck in die erste Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ein und belegte dort Platz drei. Kurz darauf, am 24. Februar 2004, folgte der Schock: Er hatte einen schweren Autounfall mit einem Lkw – ohne Führerschein. Er wurde dafür später zu 25.000 Euro und acht Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Im selben Jahr kam der Kinofilm „Daniel – Der Zauberer“ heraus, in dem er sich selbst spielte. Der Film wurde von der Kritik verrissen und floppte an den Kinokassen. Mit „4 United“ stand er außerdem zusammen mit anderen Castingshow-Stars auf der Bühne.

2005 folgte noch die Teilnahme an „Big Brother“. Danach wurde es ruhiger – doch er erfand sich immer wieder neu.

Und dann trat eine Frau in sein Leben, die alles veränderte.

Neuanfang: Adoption, Jazz und Let's Dance

Daniel Küblböck beim Fototermin zur ARD-Serie „Verrückt nach Fluss“ in Hamburg, 23.09.2016. Foto: IMAGO / Berlinfoto (DAVIDS/Roehe)
Daniel Küblböck beim Fototermin zur ARD-Serie „Verrückt nach Fluss“ in Hamburg, 23.09.2016. Foto: IMAGO / Berlinfoto (DAVIDS/Roehe)

2011 wurde Daniel Küblböck von der vermögenden Unternehmerin Kerstin Elisabeth Kaiser adoptiert und trug fortan den Namen Kaiser-Küblböck. Musikalisch wandte er sich dem Jazz zu, nahm Alben wie „Jazz Meets Blues“ auf und moderierte von 2011 bis 2014 die Talkshow „Daniels Bistro“.

Privat gab es auch schwere Schläge: 2013 starb sein älterer Bruder Michael. Mitte der 2010er-Jahre machte er seine Beziehung zu Robin Gasser öffentlich, sie hielt jedoch nicht.

2015 feierte er ein TV-Comeback bei „Let’s Dance“ und tanzte mit Profitänzerin Oti Mabuse auf Platz sechs. 2016 war er in der ARD-Serie „Verrückt nach Fluss“ auf einer Flusskreuzfahrt zu sehen.

Was ihn mit den Menschen verband, die ihm am nächsten standen, zeigte sich zuletzt erneut: Seine Adoptivmutter und ein früherer Freund teilten Jahre später Unerwartetes.

Dann begann das letzte und wohl persönlichste Kapitel.

Schauspielschule und der Weg zu Lana Kaiser

Das Europäische Theaterinstitut (ETI) in Berlin, 10.09.2018. Foto: IMAGO / Berlinfoto (DAVIDS/Tom Maelsa)
Das Europäische Theaterinstitut (ETI) in Berlin, 10.09.2018. Foto: IMAGO / Berlinfoto (DAVIDS/Tom Maelsa)

Ab 2015 absolvierte Daniel Küblböck eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut (ETI) in Berlin. Nach seinem Verschwinden kursierten Berichte, er sei dort gemobbt worden – die Schule wies das zurück. Sie führte ihn später trotzdem im Abschlussjahrgang 2018 und schrieb: „Wir vermissen unseren Schüler Daniel Kaiser-Küblböck“.

Schon früh hatte er sich festen Rollenbildern entzogen. In einem Interview mit Barbara Schöneberger sagte er:

> „Ich fühle mich nicht männlich, ich fühle mich nicht weiblich. Ich fühle mich gut.“ – Daniel Küblböck

Kurz vor dem Verschwinden wurde bekannt, dass er künftig als Frau leben wollte – unter dem Namen Lana Kaiser. Viele Medien und auch die ARD-Doku sprechen daher für die letzte Lebensphase von ihr als Lana Kaiser.

Was dann geschah, erschütterte das ganze Land.

Die letzte Reise

Das Kreuzfahrtschiff AIDAluna beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen, 02.06.2026. Foto: IMAGO / imagebroker (Christopher Tamcke)
Das Kreuzfahrtschiff AIDAluna beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen, 02.06.2026. Foto: IMAGO / imagebroker (Christopher Tamcke)

Ende August 2018 brach Lana Kaiser in Hamburg mit dem Kreuzfahrtschiff AIDAluna in Richtung New York auf. Am frühen Morgen des 9. September 2018 ging sie in der Labradorsee vor der Küste Neufundlands (Kanada) über Bord. Die kanadische Küstenwache suchte mit Unterstützung von Schiffen in der Nähe, stellte die Suche aber am 10. September ein. Lana Kaiser wurde nie gefunden.

Im Frühjahr 2021 erklärte das Amtsgericht Passau sie für tot, als Todeszeitpunkt gilt der 9. September 2018. Sie wurde 33 Jahre alt. Ihr Vater Günther Küblböck sagte damals der „Passauer Neuen Presse“:

> „Das wollten wir noch nicht so haben. Aber das Gericht hat entschieden.“ – Günther Küblböck

Wie sehr ihr Schicksal bis heute berührt, zeigte im August 2025 die dreiteilige ARD-Doku-Reihe „Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser“ von Tristan Ferland Milewski. Auch Jahre später tauchen immer wieder persönliche Erinnerungsstücke auf.

Hinweis: Wenn Sie sich in einer schwierigen Lage befinden oder Suizidgedanken haben, finden Sie Hilfe bei der Telefonseelsorge – rund um die Uhr, anonym und kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 sowie online unter telefonseelsorge.de.

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