Ein altes Foto, ein paar Zeilen voller Liebe – und eine traurige Gewissheit: Nina Hagen nimmt Abschied von einem Menschen, der sie fast ihr ganzes Leben lang begleitet hat. Die Sängerin trauert um eine Frau, die sie selbst wie eine Schwester beschreibt. Was die beiden verband und welches Schicksal hinter dem Tod steckt, bewegt jetzt viele Fans.
Ein bewegender Abschied in den sozialen Medien

Nina Hagen trauert um eine ihrer engsten Vertrauten. Auf Facebook hat die Sängerin den Tod einer langjährigen Freundin öffentlich gemacht – einer Frau, mit der sie seit ihrer Kindheit eng verbunden war.
Zu ihren Abschiedsworten teilte Nina Hagen ein altes Foto, das sie als junge Frau mit Gitarre zeigt. Aufgenommen hat es ausgerechnet die Freundin, um die sie nun trauert. Ihre Botschaft, wie t-online sie zitiert, ist tief religiös und voller Zuneigung:
> „Gott hab sie selig!“
> – Nina Hagen auf Facebook
Und weiter: Sie seien „in ewiger Liebe miteinander vereint“, schrieb die Musikerin.
Am selben Tag geboren, unzertrennlich aufgewachsen

Bei der Verstorbenen handelt es sich um Sibylle Havemann. Die beiden Frauen verband eine außergewöhnliche Lebensgeschichte: Laut t-online kamen sie am selben Tag zur Welt und wuchsen gemeinsam auf. In ihrem Post bezeichnet sich Nina Hagen als „Bylles Schwester“.
Auch das Foto, das sie nun teilte, erzählt von dieser Nähe. „Anno 1970 hat meine geliebte Freundin Sibylle Havemann dieses Foto von mir geknipst“, schrieb die Sängerin laut t-online. Entstanden ist es im Haus von Sibylles Vater Robert.
Schon als Kinder teilten die beiden eine große Leidenschaft: das Theater. Gemeinsam seien sie „ab unserem elften Lebensjahr regelmäßig und jahrelang unzertrennlich ins Berliner Ensemble gepilgert“, erinnert sich Nina Hagen. Ihr Abschied endet mit den Worten:
> „Nun ist Bylle uns in unsere ewige Heimat vorausgegangen.“
> – Nina Hagen auf Facebook, zitiert nach t-online
Ihre bewusste Entscheidung gegen die Chemotherapie

Hinter dem Tod von Sibylle Havemann steht eine schwere Krankheit. Wie t-online berichtet, erkrankte sie 2019 an Gebärmutterhalskrebs. Die Behandlung schlug zunächst an. Doch im vergangenen Jahr kehrte der Krebs zurück – und Havemann traf eine klare Entscheidung: Sie lehnte Medikamente und eine Chemotherapie ab.
Darüber hatte die 71-Jährige im Mai offen mit der Wochenzeitung Die Zeit gesprochen:
> „Ich hatte mir geschworen: Noch einmal mache ich das nicht.“
> – Sibylle Havemann im Gespräch mit Die Zeit, zitiert nach t-online
Sie habe für sich beschlossen, dass, „wenn ich je wieder Krebs kriegen sollte, dann ist das eben meine Krankheit zum Tod“.
Nina Hagen, ebenfalls 71 Jahre alt, verliert mit ihr einen Menschen, der sie seit frühester Kindheit begleitet hat.
| Steckbrief | Sibylle Havemann |
|—|—|
| Geboren | 1955, am selben Tag wie Nina Hagen |
| Alter | 71 Jahre |
| Vater | DDR-Regimekritiker Robert Havemann (1910–1982) |
| Partner | Liedermacher Wolf Biermann, mit dem sie zwei Kinder hat |
| Krankheit | Gebärmutterhalskrebs (2019), Rückkehr der Erkrankung im vergangenen Jahr |
| Freundschaft | Mit Nina Hagen seit Kindertagen eng verbunden |
Zwei Frauen, eine gemeinsame Geschichte in der DDR

Die Freundschaft der beiden ist eng mit der Geschichte der DDR verknüpft. Sibylle Havemann war die Tochter des bekannten Regimekritikers Robert Havemann. Das Foto, das Nina Hagen nun teilte, entstand in seinem Haus in Grünheide bei Berlin. Später war Sibylle Havemann mit dem Liedermacher Wolf Biermann liiert, mit dem sie zwei Kinder hat.
Als Biermann 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde, standen beide Frauen auf seiner Seite. Die wichtigsten Stationen:
– 1976: Wolf Biermann wird nach einem Konzert in Köln die Rückkehr in die DDR verweigert.
– Protest: Nina Hagen und Sibylle Havemann protestieren gegen die Ausbürgerung.
– Neuanfang im Westen: Kurz darauf verlassen beide die DDR und ziehen nach Westdeutschland.
Für Nina Hagen begann damit die große Karriere im Westen. Die Verbindung zu ihrer Jugendfreundin riss in all den Jahrzehnten nie ab – bis zuletzt. Mit ihren Abschiedsworten hat die Sängerin ihr nun ein letztes, liebevolles Denkmal gesetzt.
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